Von Sicherheit bis Service: Sie schwitzen hinter den Kulissen

Großveranstaltungen wie die mit Olaf Schubert am Freitag in Bad Elster erfordern einiges an Umfeld-Logistik. "Freie Presse" stellt drei Menschen vor.

Bad Elster.

Das umgebaute Naturtheater in Bad Elster bringt hinter den Kulissen so manche neue Herausforderung mit sich. Mit 1500 Sitzmöglichkeiten passen bei ausverkauftem Haus nicht nur mehr Gäste in die Veranstaltungsstätte - es schlagen auch hochkarätigere Künstler auf. Und deshalb steigt der Anspruch in vielen Bereichen. Drei Beispiele vom Freitagabend, während nebenan die Show von Kabarettist Olaf Schubert läuft.

Die Sicherheit: Seit rund acht Jahren bauen die Chursachsen auf die Sicherheitsfirma IPS Security aus dem erzgebirgischen Olbernhau, die unter anderem für Landratsämter und Politiker arbeitet sowie bei Musik- und Sportveranstaltungen zum Einsatz kommt. Firmenchef Axel Weidensdörfer und seine Kollegen sorgen im Naturtheater dafür, dass sich die Gäste sicher fühlen können. Müssen sie sich auf die großen Shows besonders vorbereiten? Axel Weidensdörfer dazu: "Wir kennen das Naturtheater mittlerweile sehr gut. Hier bedarf es keiner so großen Vorbereitung - zumindest nicht so, wie wenn wir für den sächsischen Ministerpräsidenten engagiert werden oder im Fußballstadion arbeiten." Bad Elster ist für ihn und sein Team deshalb immer eine willkommene Abwechslung. Aufgabe der Sicherheitsleute ist es, mit einem freundlichen, respektvollen aber bestimmenden Auftreten für Ruhe und Ordnung zu sorgen und die Räume der Künstler zu sichern. Am Einlass steht Weidensdörfer oft persönlich und kontrolliert Taschen oder Rücksäcke. Probleme gibt es fast nie. "Die Leute reagieren in der Regel entspannt auf unsere Kontrollen. Durch die kulturell hochwertigen Veranstaltungen gibt es hier entsprechend ein sehr entspanntes Publikum. Es geht nicht so robust zu wie in einer Disco oder einem Jugendclub", so der Sicherheitschef.

Die Technik: Verantwortlich für Licht und Bühne ist unter anderem Holger Hengst. Er ist Veranstaltungstechniker bei den Chursachsen und kümmert sich mit seinen Kollegen nicht nur darum, dass die Künstler im richtigen Licht erscheinen, sondern auch um die Kulissen. Die müssen die Techniker oft selbst aufbauen. "Eine Oper ist ein viel größerer Aufwand als ein Kabarett-Abend. Oft kommen mehrere Lastwagen mit den Elementen des Bühnenbildes. Das alles muss ausgeladen und aufgebaut werden. Wir sind dann schon einen Tag vorher im Einsatz", sagt Holger Hengst. Mit der Erweiterung des Naturtheaters geht auch ein höherer Anspruch einher: Je bekannter der Künstler, desto höher die Qualitätsanforderungen. Da kommt es auch vor, dass die hauseigene Technik nicht ausreicht. "Dann mieten wir die technische Ausrüstung, die der Künstler fordern." Auch die Instrumente müssen richtig abgestimmt werden, damit es während der Shows nicht zu Klangproblemen kommt. Die Verpflegung: Für das leibliche Wohl ist der Catering-Service der Chursächsischen Veranstaltungs GmbH verantwortlich. Durch die Erweiterung der Veranstaltungsstätte sind die Mitarbeiter jetzt noch mehr gefordert. Es bedarf einer präzisen Planung in Sachen Speisen und Getränke. Mit rund 250 Litern Bier, 500 Würsten und 700 Brötchen geht der Catering-Service an den Start, hinzu kommen reichlich Kesselgulasch, Geflügelfleisch und gefüllte Tortillas. Gastronomie-Mitarbeiter werden extra engagiert. Unter ihnen Sven Adrian aus Plauen. Er schenkt am Freitagabend vor der Show und zur Pause Bier am Fließband aus. Am Namen des Künstlers kann Adrian erkennen, wie konsumfreudig die Leute sind. "Bei einem Rockkonzert wird mehr getrunken als bei der Volksmusikveranstaltung", sagt er. Künftig soll das Verpflegungsangebot ab und zu thematisch an die Veranstaltungen angepasst werden.

Die Show: Während hinter den Kulissen ein Rädchen ins andere greift, feierten 1500 Zuschauer Olaf Schubert mit seiner Show "Sexy Forever" auf der Bühne. Der 50-Jährige Comedian, dessen Vater in 1960er-Jahren sogar im Kurorchester von Bad Elster Bratsche spielte, präsentierte sein Programm zum zweiten Mal hier und zeigte sich gewohnt selbstironisch, gesellschaftskritisch und als mahnenden Intellektuellen. Die Lachmuskeln der Zuschauer wurden dabei kräftig strapaziert.

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