Wachpolizisten sollen die Sicherheit im Vogtland erhöhen

Neun Mitarbeiter verstärken die Reviere Plauen und Auerbach. Zu Brennpunkten eilen sie selbst nicht. Aber sie halten den herkömmlichen Polizeibeamten den Rücken frei.

Oelsnitz/Plauen.

Cindy Heckel und Stephan Lutz laufen nebeneinander durch das Gelände des Asylbewerberheims an der Plauener Kasernenstraße und lassen ihre Blicke schweifen. Gibt es Hinweise auf Vandalismus oder Schmierereien? Die beiden jungen Wachpolizisten, ausgestattet mit Dienstpistole, Handschellen und Pfefferspray, entdecken auf ihrem Kontrollgang nichts Ungewöhnlichen. Stattdessen begrüßen sie den Hausmeister mit Handschlag, man plaudert kurz.

Seit sechs Wochen versehen Heckel und Lutz gemeinsam mit sieben anderen Wachpolizisten ihren Dienst in den beiden Polizeirevieren Plauen und Auerbach. Wilde Verfolgungsjagden, Massenkeilereien - all dies haben sie bislang im Vogtland nicht erlebt. "Macht aber nichts", sagt Cindy Heckel. Die 25-jährige Frau aus der Nachbarstadt Oelsnitz ist genauso wenig auf Krawall gebürstet wie ihr Kollege, der 28-jährige Plauener Stephan Lutz. Wäre es anders, hätte der Psychologe alle beide schon bei dem Bewerbungsgespräch für die Wachpolizei ausgesiebt. Denn Rambos will man in der Truppe nicht haben.

Drei Monate lang wurden sie in Bautzen geschult. Ihr Aufgabengebiet: Sie sollen Gebäude und Anlagen wie das Plauener Asylbewerberheim oder die Talsperren Pöhl und Pirk schützen sowie Personen bewachen - beispielsweise jene in den Ausnüchterungszellen. Auf diese Weise entlasten sie die regulären Polizisten, die für andere Aufgaben frei werden - und erhöhen so die Sicherheit im Vogtland insgesamt. "Wir haben beispielsweise einen psychisch kranken Mann im Krankenhaus bewacht, damit er nicht wegläuft oder sich etwas antut", berichtet Stephan Lutz aus dem ganz normalen Tagesablauf eines Wachpolizisten. "Dann mussten wir einen Betrunkenen die Treppe hochtragen, weil er sich geweigert hatte, selbst zu laufen."

Stephan Lutz hat Bestatter gelernt, Cindy Heckel Einzelhandelskauffrau. Doch beide haben einen anderen Traumjob: Polizist. Ihre Tätigkeit bei der Wachpolizist ist eine Art Quereinstieg. "Damit stehen sie nicht allein", sagt ihr Koordinator, Hauptkommissar René Nestler. "Dieses Ziel haben alle unsere Wachpolizisten." Wenn sie nach Ablauf ihrer ein- bis zweijährigen Dienstzeit eine reguläre Ausbildung bei der Landespolizei beginnen, bekommen sie ein halbes Jahr angerechnet. Statt zweieinhalb müssen sie nur zwei Jahre die Schulbank drücken.

Die neun Wachpolizisten, die im Februar im Vogtland ihre Arbeit aufgenommen haben, sind übrigens nur die Vorhut. Anfang Mai beenden voraussichtlich 15 neue Mitarbeiter für die Polizeidirektion Zwickau ihre Ausbildung in Bautzen. Die Hälfte von ihnen ist für das Vogtland vorgesehen. Gut möglich, dass ihre Anzahl in den kommenden Monaten und Jahren weiter steigt. "Das hängt aber auch davon ab, ob sich genug qualifizierte Bewerber melden", sagt Hauptkommissar Nestler. "Unsere Einstellungskriterien senken wir keinesfalls ab."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...