Was sich Jugendliche von ihrer Stadt wünschen

Eine neue Fotoausstellung rückt die Beziehung der Heranwachsenden zu Oelsnitz in den Fokus - als Aufschrei und Weckruf.

Oelsnitz.

Bemerkenswert allein die Tatsache, dass sich rund 600 Jugendliche der Oberschule und des Gymnasiums im Oktober 2016 an einer Umfrage beteiligten. "Das hatten wir nicht erwartet, aber es zeigt doch, wie wichtig den Jungen und Mädchen ihre Heimatstadt und das Zusammenleben in ihr ist", so die Leiterin der Kinder- und Jugend- arbeit in Oelsnitz, Cornelia Birkner, überrascht und erfreut. "Es ist auch erstaunlich, dass und wie sehr sich die Wünsche, Vorstellungen und Ansichten überschneiden."

Statistiken sind schön und gut, landen jedoch oftmals in einer Schublade und geraten dann in Vergessenheit. Anders in diesem Fall - die Ergebnisse wurden zur Grund- lage für ein Projekt namens "Künste öffnen Welten". Die Jugendlichen selbst interpretierten die Aussagen in den vergangenen neun Monaten in vier Projektgruppen - und durchweg außerhalb der Schulzeit - mittels künstlerischer Medien wie Collage, Komposition, Siebdrucktechnik, Graffiti und eben auch Fotografie. Das unterstützten verschiedene Einrichtungen und Organisationen der Region und des Bundes finanziell. Als Fachleute auf ihrem Gebiet standen den Jugendlichen dabei in Workshops Anja Werner, Max Roßner, Markus Leicht, André Schatz und André Creutzmann sowie Lehrer und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendarbeit Oelsnitz zur Seite.

Unsere Stadt soll bunt, sprich: lebenswerter werden - das ist die Kernaussage der Wünsche, die die Jugendlichen äußern. Das widerspiegelt sich in den Fotos, die jetzt in einer Ausstellung gezeigt werden. Wünsche, Gedanken und Ideen, die zwar von den Erwachsenen in Sitzungen des Stadtrates, beim Gewerbeverein oder an Stammtischen schon oft beredet, in dieser Form von Jugendlichen aber bisher noch nicht so öffentlich und eindringlich - ja: sogar fordernd - zum Ausdruck gebracht wurden. Der Fotograf Markus Schneider begleitete die Jugendlichen bei der inhaltlichen und künstlerischen Umsetzung. Das Ergebnis sind interessante und zum Nachdenken anregende Werke. Auf der Wunschliste stehen etwa ein Kino, mehr Möglichkeiten für Einkauf und Gestaltung der Freizeit, ein stadtweites und kostenfreies W-Lan, bessere Sauberkeit und die Renovierung des Gymnasiums. Die Wünsche zeigen, was den Jugendlichen wichtig ist, um sich in Oelsnitz heimisch fühlen zu können, es auch zu wollen. Insofern sind die Fotos nicht nur ein Aufschrei, sondern auch ein Weckruf an Entscheidungsträger.

Die Fotoausstellung wird noch bis Ende September in der Sparkassen-Filiale Dr.-Friedrichs-Str. 37 zu den Geschäftszeiten gezeigt.

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