Was verdiente Klingenthaler bewegt

Mit Festakt und Konzert des Stadtorchesters erlebt das Jubiläumsjahr 100 Jahre Stadtrecht am Sonntag seinen Höhepunkt. Wie blicken Bürgerpreisträger auf ihre Stadt?

Klingenthal.

Seit der Fusion von Klingenthal und Zwota zum 1. Januar 2013 wurden inzwischen sechs Mal Einwohner mit dem Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. "Freie Presse" wollte von den Preisträgern wissen, welche Gedanken sie mit den 100 Jahren Stadtrecht verbinden.

Thomas Funke, der langjährige Box-Trainer des VSV Eintracht Klingenthal, erhielt 2013 den Bürgerpreis. "100 Jahre Stadtrecht ist ein schönes Jubiläum, aber noch wichtiger ist für mich, dass wir in diesem Jahr den Titel als Große Kreisstadt erhielten. Darauf können wir stolz sein. Mit Thomas Hennig haben wir einen Bürgermeister, der viel für die Entwicklung der Stadt leistet. Ich hoffe, dass sich auch künftig einige engagierte Leute finden, die bereit sind, für Klingenthal etwas zu tun - ohne zu fragen, ob sie dafür etwas bekommen".

Jürgen Just, Chef der Mundharmonika-Spatzen und der Uhus, war 2014 gemeinsam mit Karsten Meinel Preisträger. "Im Rückblick freue ich mich, dass es mir gelungen ist, 2001 die Mundharmonika-Spatzen aufzubauen und 2017 - gemeinsam mit Gudrun Hölzel - die Mundharmonika-Uhus zu gründen. Das ist, so glaube ich, ein schöner Beitrag zum Jubiläum der Musikstadt. Und ich kann dabei das einbringen, was ich im Berufsleben gelernt habe. Schön wäre es natürlich, wenn wir sowohl für die Spatzen, wie auch für die Uhus noch weitere Mitstreiter gewinnen könnten." Jürgen Just ist mit seinen Mundharmonikaspielern auch fester Programmpunkt im Festival Mundharmonika live.

Karsten Meinel ist seit der Gründung des Vereins Mundharmonika live im Jahr 2001 dessen Vorsitzender, und damit der Chef der Truppe, die mit dem alljährlich im September stattfindenden Festival Klingenthal in der internationalen Mundharmonika-Szene einen Namen gibt. "Ich liebe meine Heimatstadt mit allem, was da ist, und entwickelt werden kann. Nur zusammen ist Klingenthal stark", betont er.

Paul Böttcher war von den 100 Jahren, die Klingenthal jetzt eine Stadt ist, fast die Hälfte als ehrenamtlicher Übungsleiter tätig, erst im Skisport, zuletzt im Fußball. "Das waren viele schöne Stunden, auch wenn es manchmal hart war", schaut er zurück. Klaus Ostwald, 1983 in Harrachov Skiflug-Weltmeister, hatte bei ihm das Einmaleins des Skispringens erlernt, ebenso Marcel Höhlig, der 2002 bei Olympia in Salt Lake City mit dem Team in der Nordischen Kombination Silber gewann. Dass die Athleten nie vergaßen, seinen Namen mit zu erwähnen, wenn es darum ging, ihren Weg zum Erfolg aufzuzeichnen, hat Paul Böttcher stets gefreut. Zu seinen Schützlingen gehörte auch Olaf Schmidt. Der stand bei seinem ersten Skisprung-Weltcup 1980 in Zakopane als Dritter gleich auf dem Treppchen. Dass Schmidt nicht mehr internationale Erfolge feiern konnte, lag daran, dass dem Klingenthaler Starts im westlichen Ausland verwehrt blieben. "Solche Entscheidungen haben auch mir weh getan", sagt der ehemalige Übungsleiter.

Rico Schneider prägt wie kein anderer seit Jahren das Klingenthaler Musikleben, als Dirigent des Stadtorchesters, Mitglied im Akkordeonorchester und auch als Zwotaer Kantor, um nur einige Eckpunkte seines Engagements zu nennen. "Beim Jubiläum denke ich vor allem an Stadtmusikdirektor Ernst Uebel, der viel dazu beigetragen hat, dass Klingenthal international einen Namen als Musikstadt hat - allein schon durch Kompositionen wie den "Jubelklängen" oder "Gruß aus Klingenthal". Das war natürlich eine Zeit, in der er durch die Ausbildung an der Musikschule bei Musikern aus dem Vollen schöpfen könnte. Heute wünsche ich mir, dass die Stadt die musikalische Tradition Klingenthals wieder mehr ins Blickfeld rückt", sagte er.

Die Kampfrichter des VSC Klingenthal um ihren Chef Ulrich Neubert sorgen nicht nur dafür, dass - wie an den vergangenen beiden Wochenenden - in der Vogtland-Arena die Wettkämpfe der Skisportler stattfinden können. Die mehr als 40 Mitglieder zählende Truppe sorgt dafür, dass Klingenthal auch international seinen Platz im Wettkampfkalender hat. In der Sommersaison kommen die Kampfrichter inzwischen auf bis zu zehn Wettkämpfe - vom Aschberglauf über den Sommer Grand Prix der Spezialspringer bis zum Städtelauf Hof-Plauen. In der Wintersaison ist fast jedes Wochenende mit Terminen gespickt - von Nachwuchs bis Weltcup. Um als ehrenamtlicher Kampfrichter bei Wettkämpfen eingesetzt werden zu können, ist übrigens eine Ausbildung nötig.

Der Autor erhielt 2018 den Klingenthaler Bürgerpreis.

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