Wenn die Wattfraa im Zwotatal dem He-Mann begegnet...

Um die Sagenwelt der Region ist es ruhig geworden, seit 1999 Johannes Grimm das Kleine Klingenthaler Sagenbuch auflegte. Das Theaterdorf Zwota will das mit einem Projekt ändern.

Zwota.

Das Theaterdorf Zwota widmet sich in einem neuen Projekt der Sagenwelt aus dem oberen Vogtland. Damit greifen die Akteure ein Thema auf, das in den vergangenen Jahren fast etwas in Vergessenheit geraten schien.

Geht es um die bekannteste Sagengestalt der Region, liegt der Moosmann ganz vorn. Seine traditionelle Heimat ist die Region zwischen Schöneck und Falkenstein. Das Falkensteiner Museum besitzt die wahrscheinlich größte Moosmann-Sammlung in Deutschland.

Im Klingenthaler Raum spielte der Moosmann dagegen kaum eine Rolle. Dort gab es die Wattfraa. Das war eine alte Frau, die sich mit Kräutern und deren Heilwirkung auskannte, und - wie auch der Moosmann - Menschen in Not half.

Mit den beiden Figuren ist aber das Thema noch längst nicht erschöpft. Eine Vielzahl an Sagen rankt sich allein um das Untere Waldgut Untersachsenberg oder das Lohhaus in Schilbach. In Klingenthal brachte der He-Mann einst Wanderer vom Weg ab, in Tirschendorf hat der Teufel die Mädchen in der Rockenstube besucht, in Oelsnitz führte die Voigtsberger Laterne zu nächtlicher Stunde Bürger sicher nach Hause. Sagen gibt es zum Aschberg und zum Schneckenstein. Die Aufzählung ließe sich fortsetzen.

Veröffentlichungen zum Sagenschatz gab es auch in jüngster Zeit: 1999 brachte der inzwischen verstorbene Johannes Grimm das Kleine Klingenthaler Sagenbuch heraus. 2003 hatte der Thüringer Verlag Rockstuhl das "Sagenbuch des Voigtlandes" aus der Feder von Robert Eisel wieder aufgelegt, dem dann 2008 Ernst Köhlers vogtländisches Sagenbuch aus dem Jahr 1867 folgte. Im vergangenen Jahr legte auch der in Kottenheide lebende Schriftsteller Wolfgang Möhrig- Marothi ein Sagenbuch vor.

Das Theaterdorf Zwota will die Sagenwelt mit einer abendlichen Lesung stilgerecht in Szene setzen. Die Idee dazu hatte Thorald Meisel, der auch die Regie übernahm. Als Vorleser mit dabei sind Conny Meinl, Martina Zeißig, Karla Dunger, Andrea Meisel und Lisa Köhler sowie Rainer Keller und Hans-Joachim Tittmann. Die sieben Akteure standen bereits am 1. Mai beim Zwotaer Hammerspektakel im Theaterstück "Wirtshausgeschichtn vo de Zwote un aus Klengethol" mit auf der Bühne.

Beim Sagenabend in Zwota erstmals dabei ist Ralf Edler, langjähriger namhafter Schönecker Theatermann, der zudem regelmäßig als Nachtwächter auftritt. Für die musikalische Umrahmung des Abends wird Andreas Schertel sorgen, an einer passenden Bühnenkulisse arbeitet bereits der Tannenbergsthaler Wolfgang Zeißig.

Ein weiterer Sagenabend des Theaterdorfs Zwota ist für Oktober im Tannenbergsthaler Herrenhaus geplant. Im Gespräch ist auch ein Auftritt zum Jubiläum "750 Jahre Stadtrecht" 2020 in Schöneck.

Der Sagenabend am 18. August im Zelt am Walfischteich wird vom Heimatverein Zwota veranstaltet. Beginn ist 19 Uhr. Kartenbestellungen unter 037467 22616.

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