Werke Max Schneiders bei Oelsnitzern bis heute lebendig

Der 1980 verstorbene Künstler ist durch seine Aquarelle bekannt. 30 seiner Arbeiten aus Privatbesitz sind jetzt im Zoephelschen Haus zu sehen.

Oelsnitz.

Eigentlich wollte Gabriele Perl in der Kultur- und Tourismusinformation Oelsnitz nur ein paar Gelbe Säcke holen - aus dem Besuch und einigen Gesprächen ist eine neue Kunstausstellung an gleicher Stelle geworden. Denn die Oelsnitzerin und ihre Schwester Renate Wolf sind Großnichten des Malers Max Schneider (1903 bis 1980), der vor allem durch Landschaftsaquarelle bekannt wurde. Wie lebendig das Werk Schneiders in Oelsnitz ist, belegte nicht zuletzt das Interesse an der Vernissage von gut 30 Schneider-Werken aus Privatbesitz.

Einige Arbeiten können auch gekauft werden - und die Chance, sich "ihren" Schneider zu kaufen oder zu reservieren, nutzten gestern gleich mehrere. "Viele Oelsnitzer haben zu ihm Berührungspunkte", weiß OB Mario Horn (CDU), dass in mancher Oelsnitzer Stube ein Werk des früheren Koloristen der Teppichfirma Koch & te Koch überm Sofa hängt. Der Stil Schneiders ist in der Tat aus der Vielfalt der Kunst herauszufiltern: Zarte, durchscheinende Farben, Liebe zur Natur kennzeichnen seine Werke. Die Schule bei Walther Löbering, seinem Lehrer und späterem Freund, zahlte sich aus. Dass Max Schneider auch mit Kohle, Kreide, Farbstift zeichnete, Pastelle schuf, neben heimischer Vogtland-Landschaft auch die Landschaft der Ukraine festhielt - als Soldat im Zweiten Weltkrieg -, ist weniger bekannt. Die Arbeiten ihres Großonkels seien zugleich ein Stück Heimatgeschichte, sagt Renate Wolf. Denn manche von Schneider als Kunstwerk gebannte Landschaft ist heute verschwunden. In Oelsnitz bekannt ist Schneider auch als Leiter des Zeichenzirkels, in dem zeitweise auch die frühere OB Eva-Maria Möbius Mitglied war. Dass Birgit Thümmler in der zur Eröffnung anwesenden Anneliese Spranger die einzige Hobbykünstlerin sah, die Schneiders Stil aufnahm, war dieser ein wenig viel der Ehre. "Nu ja, itze komm", meinte die Oelsnitzerin.

Die Ausstellung "Max Schneider, die unverwechselbare Handschrift eines Malers" ist bis 4. April in der Kultur- und Tourismusinformation Oelsnitz, Grabenstraße 31 (Zoephelsches Haus) zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 9 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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