Wie weiter mit Schönecks Moosmann-Projekten?

Die Umsetzung der Ideen für den Stadtpark und die geplante Sagenspur vom Ifa-Hotel in die Stadt kommen nicht voran.

Jürgen Böhm - Ehrenamtlicher Schönecker Moosmann

Für Sie berichtet: Thorald Meisel

Nichts Genaues wisse man nicht, meint Jürgen Böhm. Der Schönecker Moosmann klingt dabei resigniert. Zur jüngsten Sitzung des Arbeitsgruppe zur Neugestaltung des Stadtparks hatte er gehofft, dass sein schon 2018 unterbreiteter Vorschlag für einen Moosmannweg Thema sein wird. Ralf Seckel vom Bauamt hatte seine Vorschläge extra noch einmal der Einladung beigefügt. Aber beim Projekt Stadtpark geht es jetzt erst einmal darum, dass die Stadt einen Landschaftsgestalter mit ins Boot holt. Über dessen künftige Arbeitsaufgaben wird aber noch diskutiert.

Die Sagengestalt des Moosmannes ist in Schöneck in vielfältiger Form präsent - ob als Holzfigur oder als Kräuterschnaps. Der Sage nach soll der Moosmann - selbst in tiefster Not lebend - guten Menschen helfend zur Seite stehen. Das macht ihn ungemein sympathisch.

Jürgen Böhm ist seit Jahren als Schönecker Moosmann bekannt. Zu der Rolle kam er durch das Theaterstück "Das Märchen von den zwei Zauberflinten", das Ralf Edler 2006 geschrieben hatte, als sich der Stadtbrand von 1856 zum 150. Mal jährte. Böhm spielte darin die Sagengestalt, der dem nach der Feuersbrunst verzweifelten Bürgermeister den Keim der Zukunft übergab - Tabakblätter, die der Stadt für ein Jahrhundert die Zigarrenindustrie bescheren sollten.

Ab 2012 weihte Böhm im Stadtpark regelmäßig Kinder in die Geschichten um den Moosmann ein. Er hat selbst vier Enkel und kann so testen, wie seine Figur bei den Zuschauern ankommt. Seine größte Kulisse als Moosmann erlebte er 2015 bei der von den Wandersperken Oelsnitz und Wanderfreunden Schöneck organisierten Sommerwanderung: 539 Teilnehmer.

Als Schöneck 2018 auf Anregung von Ralf Edler begann, mit Blick auf das Jahr 2020 und das damit verbundene Jubiläum "750 Jahre Stadtrecht" Anregungen für eine Neugestaltung des Stadtparks zu suchen, war Böhm dabei und reichte die Idee eines kindgerechten Moosmannweges im Stadtpark. Sie fand Anklang, wie sich Böhm nach etlichen Gesprächen sicher war.

Im Vorjahr favorisierte die Stadt dann aber eine Moosmännlein-Sagenspur für Familien mit Kindern - über vier Kilometer durch die Stadt. "Das ist zu lang", sagt Böhm mit seinen Erfahrungen mit Kindergärten. Seine Variante im Stadtpark wäre maximal 500 Meter lang gewesen. Die CDU-Faktion wollte das Projekt Sagenspur noch im Mai in den Haushalt für 2021 aufnehmen, fand aber im Stadtrat keine Mehrheit.

Jürgen Böhm, der im Vorjahr zum 78. Geburtstag von der Möbel- und Textilbörse Plauen einen neuen Moosmann-Mantel erhielt, ist nun skeptisch, ob aus dem Schönecker Projekt für die vogtländische Sagengestalt überhaupt noch etwas wird. Er selbst fühlt sich noch fit, um weiter mit dem frechen Raben Rudi und dem Goldlaub-Traumzauberbaum bei Veranstaltungen auftreten zu können - begleitet von den Wichteln Sarah und Katy. Für ein neues Projekt hat er Kontakte zu Sixtina Michael in Adorf geknüpft. Auch kostenlose Auftritte im Kinderspielhaus Grünbach oder in Kindergärten kann er sich vorstellen.

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