Wie wird der Oelsnitzer Weihnachtsmarkt attraktiver?

Wer im Advent etwas ändern will, muss zu Ostern Nägel mit Köpfen machen. Für den Markt in der Sperkenstadt gibt es verschiedene Vorschläge für mehr Attraktivität. Welcher ist der Richtige?

Oelsnitz.

Nein, wir haben uns nicht in der Kalenderspalte geirrt. Ostern steht vor der Tür - und Weihnachten ist noch weit weg. Nicht jedoch für Menschen, die einen Weihnachtsmarkt organisieren oder dort als Händler mit einem Stand aufschlagen. Verträge haben lange Vorlaufzeiten. Diskussionen um eine Neuausrichtung des Weihnachtsmarktes werden deshalb nicht erst kurz vor dem Fest geführt. Verschiedene Überlegungen gibt es in Oelsnitz. "Freie Presse" stellt sie vor.

Variante 1: Der Markt als Märchenwald. Ein Platz voller Bäume, hinter denen Szenen und Figuren aus bekannten Märchen versteckt sind - ein toller Spaß, vor allem für Familien, die damit besonders angesprochen werden. Die Idee dafür stammt aus Quedlinburg im Harz. Die Stadt veranstaltet seit 2015 einen Märchenwald-Weihnachtsmarkt zusätzlich zum normalen Adventsmarkt. Für Oelsnitz hätte die Idee durchaus Charme: Es ließe sich eine Brücke zum Illusorium auf Schloss Voigtsberg schlagen. Dort sind zahlreiche Märchen-Illustrationen von Regine Heinecke ausgestellt. Die Umsetzung der Märchenwald-Idee ist jedoch nicht ganz einfach, sagt Daniel Petri, Geschäftsführer der Oelsnitzer Kultur GmbH, die den Weihnachtsmarkt organisiert. Wichtig sei vor allem der Sicherheitsaspekt; die Bäume müssten standfest platziert sein. Und auch ein Hexenhaus, das unter anderem zu einem Märchenwald gehört, gibt es nicht zum Nulltarif, so Petri.

Variante 2: Ein Dreiländereck-Weihnachtsmarkt. Die Idee: Die drei Partnerstädte Oelsnitz, Rehau und Aš/Asch stellen gemeinsam einen Weihnachtsmarkt auf die Beine und bringen dort das jeweils Typische ihrer Region ein. Beispielsweise könnten böhmische Glasbläser ihr Kunsthandwerk zeigen. Petri: "Es gibt genügend Substanz, genügend Tradition und Abwechslung für so einen Markt." Anders als für die Märchenwald-Idee existiert für den Dreiländereck-Weihnachtmarkt bereits ein Konzept in der Schublade. Weiterer Vorteil: Als grenzübergreifende Veranstaltung könnten finanzielle Zuschüsse beispielsweise bei der Euregio Egrensis beantragt werden. Auch terminlich ist die Idee für die beteiligten Städte wie gemacht. In Aš/Asch findet der Weihnachtsmarkt traditionell am 1. Advent statt, Oelsnitz ist eine Woche später an der Reihe, Rehau am 3. Advent. "Die Idee finde ich gut", sagt Oberbürgermeister Mario Horn (CDU).

Variante 3: Die Historische Schlossweihnacht als Nummer 1. Seitdem der Weihnachtsmarkt im Stil der Gründerzeit auf Schloss Voigtsberg im Jahr 2012 erstmals veranstaltet wurde, konnte er stetig an Beliebtheit zulegen. Besucher kommen aus der ganzen Region. Braucht es da überhaupt noch einen Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz? Daniel Petri hat auch solche Stimmen schon gehört. Er will jedoch gerade mit Blick auf die Dauer-Debatte um die Belebung der Innenstadt nicht auf den Weihnachtsmarkt dort verzichten. Petris Ziel für den Weihnachtsmarkt: "Der Markt soll als Markt funktionieren und besucht werden. Wir sollten uns wegbewegen von der Musikkultur."

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