Windrädern droht die Abschaltung

Mißlareuth: Die Grünen vermuten Planungsfehler

Mißlareuth.

Möglicherweise muss der Windkraftbetreiber in Mißlareuth schon bald seine vier Windräder zumindest zeitweise abschalten. Wie die sächsische Landtagsfraktion der Grünen gestern mitteilte, hat es bei der Zulassung dieser Windkraftanlagen schwere Planungsfehler gegeben. Konkret geht es dabei um den Vorwurf, dass die Auswirkungen der geplanten Windräder auf Fledermäuse nicht begutachtet worden sind. "Obwohl der Standort in Mißlareuth ein idealtypischer Lebensraum für Fledermäuse ist, ließ sich der Vogtlandkreis bei der Genehmigungsplanung mit Datenlücken der oberen Behörde abspeisen", erklärte gestern Wolfram Günther, Vorsitzender der Landtagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen.

Er bezieht sich damit auf eine Antwort des sächsischen Umweltministers Thomas Schmidt (CDU) auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion. Laut Schmidt wurde bei der Erstellung der Antragsunterlagen auf Informationen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie zurückgegriffen. Diese Behörde habe mitgeteilt, dass "bemerkenswerte Fledermausvorkommen für das Projektgebiet nicht bekannt" seien. Nach Ansicht der Grünen hätte dies durch ein Gutachten bestätigt werden müssen. Damit könne der Vorwurf, dass die Windräder in Mißlareuth am falschen Standort geplant worden sind, "kaum aus der Welt geschafft werden", so Günther. "Im Fall Mißlareuth habe ich erhebliche Zweifel daran, dass wir es mit einer guten Planung zu tun haben", so Günther. Die Standortauswahl der Windräder in Mißlareuth ist nach seinen Worten "unglücklich gelaufen". Eine Anfrage der "Freien Presse" dazu will das Landratsamt des Vogtlandkreises kommende Woche beantworten. (bju)

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