Windsegel: Spatenstich am 4. November

Zwischen Finale Sommer Grand Prix und Weltcup erlebte Klingenthal wieder eine Deutsche Meisterschaft. Zumindest am Sonntag spielte in der Vogtland-Arena auch das Wetter mit.

Klingenthal.

Das provisorische Windsegel in der Vogtland-Arena wurde am Sonntagvormittag nicht gebraucht. Sonne und Windstille beim Abschlusstag der Deutschen Meisterschaften der Skispringer und Nordisch Kombinierten, die der WSV Johanngeorgenstadt ausrichtete. Dass dabei an drei Tagen in Klingenthal gesprungen wurde, war nicht ungewöhnlich. Schon 1965 und 1971, als Johanngeorgenstadt Gastgeber für DDR-Meisterschaften war, wurden im Skispringen die Titel auf der Großschanze in Klingenthal vergeben - auf der legendären Aschbergschanze. Die Erzgebirgsschanze in Johanngeorgenstadt galt als Normalschanze. Sie steht zwar noch, wird aber seit gut 20 Jahren nicht mehr genutzt.

Für die Vogtland-Arena waren die Meisterschaften ein Zwischenspiel zwischen dem verregneten Finale des Sommer Grand Prix und dem Skisprung-Weltcup am 3. Advent. Zudem ist für den 4. November der Baubeginn für das stationäre Windsegel an der Großschanze angekündigt. Mehr als zwei Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Ziel ist, in diesem Jahr die Fundamente für die Masten fertigzustellen. Die übrigen Arbeiten sollen 2020 erfolgen.

Eric Frenzel, Johannes Rydzek, Fabian Rießle & Co. zeigten ihre Leistungen an beiden Tagen in der Vogtland-Arena vor einer bescheidenen Kulisse - obwohl in den Herbstferien noch einmal viele Urlauber in Klingenthal und Schöneck weilen. Auf jeden Fall kein Vergleich zur Resonanz in den sozialen Medien, die jüngst der Mountainbike-Profi Johannes Fischbach mit seinem spektakulären Weltrekordversuch von der Vogtland-Arena verbuchen konnte.

Ob der schwindende Zuschauerzuspruch bei Wettkämpfen in der Vogtland-Arena ein Problem ist, vor dem generell der Nordische Skisport derzeit steht, wie es bereits 2017 beim Forum Nordicum in Klingenthal angesprochen wurde, oder ob die Vogtland-Arena ein spezielles Image- oder gar Akzeptanzproblem in der Region hat, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ob der Zweckverband für die Vogtland-Arena im Hinblick auf die in den nächsten Jahren angedachten Investitionen dieses Thema einmal beleuchten wird, ist offen. Ab 2022 soll für bis zu acht Millionen Euro in der Arena ein Besucher-Informationszentrum entstehen.

Sportlich auf sich aufmerksam machte bei den Deutschen Meisterschaften ein 19-Jähriger, der nach längerer Verletzungspause auf die Schanzen zurückkehrte: Nick Siegemund vom VSC Klingenthal. Er holte sich im Einzel der Junioren die Bronzemedaille, nachdem er bereits vor wenigen Wochen einen Alpencup-Wettbewerb in Predazzo (Italien) gewinnen konnte. Der Klingenthaler hat damit erst einmal einen festen Platz im Team das Deutschen Skiverbandes für den Continentalcup, der sogenannten zweiten Liga der Nordisch Kombinierten.

"Für die ersten Wettkämpfe in Park City in den USA und in Oberwiesenthal bin ich nominiert und will dort natürlich mit Leistungen überzeugen", meinte der junge Mann, der eine Ausbildung bei der Bundespolizei begonnen hat, und unter anderen von Björn Kircheisen trainiert wird.

Für den Höhepunkt des Winters, den Nick Siegemund im Blick hat, könnte er auf lautstarke Unterstützung aus Klingenthal hoffen. Die Junioren-Weltmeisterschaften 2020 finden in Oberwiesenthal statt - und da er will dabei sein.

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