Wohin Klingenthal sich entwickeln soll

Am Sonntag wird ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Der Amtsinhaber Thomas Hennig (CDU) ist der einzige Kandidat. Beim "Freie Presse"- Forum erklärte er, warum eine hohe Wahlbeteiligung für ihn wichtig ist.

Klingenthal.

Eher familiär ging es am Mittwochabend beim Forum der "Freien Presse" im Gliersaal der Berufs- und Berufsfachschule am Amtsberg in Klingenthal zu. Knapp 40 der rund 8500 Einwohner zählenden Stadt wollten hören, was Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU) zu sagen hat. Er stellte sich den Fragen von "Freie Presse"-Redakteur Thorald Meisel zur Zukunft der Stadt. Die Themen-Schwerpunkte:

Altersdurchschnitt und Wohnen. "Klingenthal hat einen Altersdurchschnitt von 60 Plus und die Einwohnerzahl sinkt. Damit werden auch weniger Wohnungen gebraucht. Die städtische Wohnungsgesellschaft wird in absehbarer Zeit nur noch rund 250 Wohnungen haben", so Hennig. Diese Wohnungen werde man nach und nach sanieren und auf einen modernen Stand bringen. Bis 2023 sollen in allen Häusern eigene Heizungen eingebaut werden, das spare Kosten. "Die Wohnungsgesellschaft hat 2019 wieder erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Noch immer eine Belastung sind die aktuell 2,2 Millionen Euro Altschulden aus DDR-Zeit. Wir zahlen noch für Wohnblöcke, die längst nicht mehr stehen. Darüber muss mit dem Bund nochmals verhandelt werden", zeigte Hennig auf.

Ärzte. Bei den Allgemeinmedizinern, Internisten, Augenärzten, Zahnärzten, Kinderarzt und Frauenarzt stehe Klingenthal gut da. Durch den Ausbau zweier Arztpraxen in Zwota und in Klingenthal habe man zwei Ärzte halten können. Hennig bedauert, dass die Stadt die HNO-Ärztin durch die Schließung des Medizinischen Versorgungszentrums an der Schloßstraße verlieren wird: "Da konnten wir nichts tun".

Vogtland-Arena. Mit der Gründung des Zweckverbandes aus Stadt und Vogtlandkreis, dessen Vorsitzender Hennig ist, sei der richtige Weg gewählt worden. Hennig ist nicht dafür, für die Betreibung der Anlage den Freistaat ins Boot zu holen: "Da reden dann viele Leute rein. Mir wäre ein fester Zuschuss lieber." Die Obergrenze für anstehende Investitionen liege bei 2,5 bis 2,7 Millionen Euro. Für die Stadt und den Landkreis werden nach seinen Worten dabei keine Kosten entstehen.

Tourismus und Kurtaxe. Die Vision einer Seilbahn hinauf zum Aschberg gibt Hennig nicht auf. Das sanierte Freibad und der Tierpark seien die Aushängeschilder. Wander- und Fahrradwege will man weiter ausbauen. Die Erhöhung der Kurtaxe ist auf 1,50 Euro vorgesehen. Damit könne man statt 20.000 dann 60.000 Euro einnehmen. Die Kosten decke das laut Hennig aber nicht.

Sächsischer Städte- und Gemeindetag. Thomas Hennig ist dort Vizepräsident: "Das ist ein großer Vorteil, auch wenn es viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich erfahre aber sehr viel und habe gute Kontakte nach Dresden. Dadurch konnte ich viel Fördergeld für die Stadt ranholen. Da geht sicher noch einiges."

Wahltag. Thomas Hennig setzt am Sonntag auf eine hohe Wahlbeteiligung - denn die sei für ihn eine Art Gradmesser. Er hätte sich einen Gegenkandidaten gewünscht. Doch auch ohne einen solchen hoffe er, dass viele Einwohner ihre Stimme abgeben. Es wird zum ersten Mal ein Oberbürgermeister gewählt - da schaue man auf Klingenthal.


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