Zehn-Millionen-Investition: Radon-Projekt startet im Sommer

Die Sächsischen Staatsbäder wollen in Bad Brambach die Therapiemöglichkeiten mit dem natürlichen Heilmittel ausbauen. Damit erfährt der Kurort die lang ersehnte Aufwertung.

Bad Brambach.

Großvorhaben in Bad Brambach: Die Sächsischen Staatsbäder investieren im Kurort in diesem und nächstem Jahr rund zehn Millionen Euro in eine Erweiterung des Therapiebereichs mit Radon. Das sagte Staatsbäder-Geschäftsführer Gernot Ressler der "Freien Presse". Ende März soll das Radon-Projekt inklusive der Ergebnisse eines bereits abgeschlossenen Architektenwettbewerbs der Öffentlichkeit vorgestellt werden, der Spatenstich ist für den Sommer geplant. "Wir schaffen neue Therapieformen und zusätzliche Kapazitäten. Derzeit sind wir an der Kapazitätsgrenze angekommen", so Ressler. "Wir schaffen in der jetzigen Ausstattung keine Ausweitung unseres Geschäftes mehr."

Dass diese Ausweitung möglich ist, davon ist der Staatsbäder-Chef mehr als überzeugt. Denn Bad Brambach verfügt mit der stärksten Radonquelle der Welt über ein Alleinstellungsmerkmal, das bislang noch nicht so zur Geltung gebracht wurde, wie das seiner Ansicht nach möglich wäre. Behandlungen mit dem natürlichen Heilmittel Radon werden insbesondere von Schmerzpatienten in Anspruch genommen. Deren Anzahl liegt laut Gernot Ressler in Deutschland im zweistelligen Millionenbereich. "Die Nische ist sehr groß. Dieses Thema hat das Potenzial, das unsere Investition rechtfertigt." Dabei starten die Staatsbäder nicht bei Null. Neben der langen Tradition von Bad Brambach mit der bereits vorhandenen Infrastruktur wurde in den vergangenen Jahren gezielt Lobby-Arbeit in ärztlichen Fachkreisen geleistet. Ein wichtiger Baustein war dabei das jährlich stattfindende Radonsymposium, das am vergangenen Wochenende bereits zum achten Mal mit wachsendem Erfolg in Bad Brambach stattfand. Erstmals gab es für die Veranstaltung mehr Nachfrage als Platzangebot, über 100 Mediziner waren aus ganz Deutschland angereist. "Das Pflänzchen wächst langsam zu einem kleinen Baum heran", sagt Geschäftsführer Gernot Ressler.

In der jetzt geplanten Großinvestition sieht der Staatsbäder-Geschäftsführer zudem "ein klares Signal für Bad Brambach", das in den vergangenen Jahren im Schatten von Bad Elster stand. Mit dem Bau von Soletherme und neuem Hotel erfuhr das benachbarte Staatsbad einen spürbaren Aufschwung. Einen ähnlichen Effekt erhofft sich Gernot Ressler auch für Bad Brambach, wenngleich man sich dort künftig noch mehr als bisher in einem Spezialsegment des Bereichs Gesundheitstourismus bewege.

Neben Investitionen in Neues wird auch das Bestehende auf Vordermann gebracht. Nächstes Jahr steht eine Generalsanierung der dann 20 Jahre alten Badelandschaft an. Im Juni und Juli ist die Einrichtung dann geschlossen. Rund zwei Millionen Euro sind für die Arbeiten veranschlagt.

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