Zeitreise durch 50 Jahre Kindergarten

Kinderlachen, Elterntheater und Feuerwerk: In Marieney wurde das Kindergartenjubiläum gefeiert. Viele Erinnerungen sind dabei wach geworden.

Marieney.

Es stimmt nicht immer, wenn man sagt "Früher war alles besser!", denn noch besser ist es, wenn das Früher bis in die Gegenwart reicht. So wie im Fall des Kindergartens Marieney. Am 7. Oktober 1969 wurde er eröffnet, in jenem Haus, das bis zwei Jahre zuvor die alte Dorfschule war, wo die Kinder das Abc lernten, Lieder sangen, Mathe paukten, Lesen und Schreiben. Die Eltern wussten ihre Sprösslinge hier gut aufgehoben. Daran änderte sich auch nichts, als aus der Schule der Kindergarten wurde. Seitdem trifft zu, was am Samstag bei der Jubiläumsfeier an einer Tafel zu lesen war: "Jeden Tag fröhliches Kinderlachen".

Viele waren es, die die Hälse reckten, sich hinknieten und die Nase platt drückten an den Fotos und Zeitungsausschnitten einer Ausstellung im Gemeindeamt, in der die Geschichte des Kindergarten Revue passierte: "Ach, weißt du noch?!" und "Schau doch mal, das sind doch wir! Wie doch die Zeit vergangen ist!". Christin Ittner hockte mit ihren Kindern Marek und Alina davor. Sie selbst besuchte den Kindergarten Anfang der 1990er und konnte sich nur an schöne Tage erinnern, an eine unbeschwerte Kindheit. Jetzt wird auch ihr Kleiner in diesem Kindergarten betreut und die Große geht mittlerweile zur Schule. Bei Rüdiger Schaller ist es noch länger her, dass er in den Räumen spielte und auf dem Hof herumtollte: "Ich glaube, dass ich damals einer der Ersten im Kindergarten war. Das ist ja ewig her!" Anderes bei Lisa Ebert und Julia Rudert. Sie besuchten die Einrichtung von 2003 bis 2006 und ließen es sich nicht nehmen, bei der Jubiläumsfeier vorbeizuschauen. Übrigens: Lisa ist zurzeit dabei, selbst Erzieherin zu werden.

Nicht nur viele ehemalige Kinder und nun großgewordene Eltern feierten am Samstag die Gründung des Kindergartens vor 50 Jahren mit. Unter anderem war Gudrun Riedel unter den Gästen, die von allen herzlich begrüßt wurde und von der noch heute alle schwärmen, weil sie von 1971 bis 1998 die gute Seele in der Küche war und bei ihr das Essen immer so super gut schmeckte. Viele Frauen wie auch Regina Ebert wären noch zu nennen, durch deren Hände ungezählte Jungen und Mädchen in den vergangenen fünf Jahrzehnten gegangen sind, die mit den "Zwergen" lachten und spielten, denen sie Trost spendeten oder ein Pflaster aufklebten. "Die, wenn wir die nicht hätten!" - auf wen träfe das nicht besser zu als auf Birgit Funke. Sie leitet den Kindergarten seit 1985, ist nicht nur bei ihren Kolleginnen Andrea Zöphel, Kerstin Hanns und Marion Ziegner als Chefin geachtet und beliebt. Als kurz nach der Wende das Weiterbestehen der Einrichtung wegen Kindermangel auf der Kippe stand, setzte sie sich persönlich dafür ein, dass das Schlimmste verhindert werden konnte: "Wir waren damals die Ersten im Kreis, die Kinder unter drei Jahren aufgenommen haben. Dadurch konnten wir überleben." Heute werden in Marieney zwei Dutzend Kinder von anderthalb Jahren bis zum Vorschulalter betreut. Viel Geld wurde im Laufe der Jahre in die Hand genommen, um den Kindergarten zu sanieren und zu modernisieren: Heizung, Fenster, Dach, Elektro, Sanitär. Erst dieses Jahr konnten dank der Gemeinde Mühlental neue Spielgeräte angeschafft und der Vorplatz hergerichtet werden.

Jede Menge gute Gründe also, um das Jubiläum zu feiern. Ein Höhepunkt des Abends war der Auftritt der Theatergruppe. Vor zehn Jahren fanden sich Eltern zusammen, fragten nicht nach Freizeit und Mühe, um die Kinder jedes Jahr mit einem neuen Stück zu überraschen. Am Samstag führten sie "Aschenbrödel" auf . Dass beim abschließenden Feuerwerk auch noch eine 50 erstrahlte, glich dem berühmten Punkt auf dem I.

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