Zukunftsdebatte kommt: Kurtaxe erster Punkt

Klingenthal will im Rat Arbeitsgruppen bilden, um neue Vorhaben für die Stadtentwicklung zu entwickeln. Priorität genießt ein umstrittenes Thema.

Klingenthal.

Noch vor der Kommunalwahl 2019 will der Klingenthaler Stadtrat die Weichen stellen für die Entwicklung der Stadt nach der 2013 erfolgten Fusion mit Zwota. Der Stadtrat hat die Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) beschlossen. Es soll dazu sechs Arbeitsgruppen mit Vertretern aller Fraktionen geben und auch Bürger sind auf- gerufen, sich mit Ideen und Anregungen einzubringen.

Ein Thema der Stadtentwicklung, das allein die Bereiche Infrastruktur, Tourismus sowie Kultur berührt, ist die Zukunft der ehemaligen Zwotaer Mittelschule. Das Gebäude hat sich zu einem Haus der Vereine entwickelt, das intensiv genutzt wird: etwa vom Klingenthaler Stadtorchester, vom Akkordeonorchester, von der Band Hämoriders, dem Schützenverein, dem Heimatverein Zwota, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Harmonikamuseum. Doch das Gebäude ist sanierungsbedürftig.

Priorität hat aber laut Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) zunächst die Diskussion um die Höhe der Kurtaxe. Ein Thema, das im April in einer Beratung zur Entwicklung des Tourismus im Aschberg- gebiet vom Ortschaftsrat Mühlleithen angesprochen wurde - auch in Zusammenhang mit dem vom VSC Klingenthal verfolgten Projekt einer künstlich beschneiten Loipe in Mühlleithen. Dazu soll es laut Hennig nach der Sommerpause Gespräche mit Vermietern aus Klingenthal und Zwota geben.

Aktuell zahlen Gäste eine Kur- taxe von 50 Cent. Von den rund 18.000 Euro, die Klingenthal bislang pro Jahr dadurch einnimmt, kommen knapp 12.000 aus Mühlleithen. Auf der Beratung in Mühlleithen gab es Anregungen für eine Erhöhung auf zwei Euro.

Die Einnahmen aus der Kurtaxe sollen in den Erhalt und Ausbau der touristischen Infrastruktur fließen. Für die erwähnte künstlich beschneite Loipe rechnet man derzeit mit Kosten von rund zwei Millionen Euro. Bei einer Förderung von 80 Prozent wären rund 400.000 Euro an Eigenmitteln nötig.

"Wenn die Mehreinnahmen aus der Kurtaxe gezielt für solch ein Vorhaben verwendet werden sollen, bedarf das der Zustimmung aller Partner. Das wiederum setzt voraus, dass alle Beteiligten der Meinung sind, dass sie davon profitieren. Das ist aber kein Automatismus", so Bürgermeister Hennig. Als im Vorjahr Zwota im Klingenthaler Rathaus die neuen Wanderrouten "Durchs Zwotaer Land" vorstellten, war dazu kein einziger Vermieter aus Klingenthal und Mühlleithen gekommen.

Das Thema Kurtaxe hat füe Klingenthals Bürgermeister noch aus einem zweiten Grund Priorität. Der Tourismusverband Vogtland und der Öffentliche Personennahverkehr arbeiten nach seinen Worten am Projekt einer Vogtland-Gästekarte für Bus und Bahn. Dafür wird nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht. Auch in das Projekt könnten Mehreinnahmen aus einer Erhöhung der Kurtaxe fließen.


Kommentar: Blick über den Tellerrand

Eine Diskussion, wohin sich das Aschberggebiet touristisch entwickeln soll, ist überfällig. Das hatte die vom Ortschaftsrat Mühlleithen im April organisierte Veranstaltung deutlich gemacht. Dabei ist mehr den je notwendig, rechtzeitig über den Tellerrand zu schauen, um zu wissen, was die Nachbarn machen. Schöneck hat die Ski- und Bikewelt, Erlbach setzt viel daran, das Skigebiet an den Kegelbergen auch für den Sommer attraktiv zu gestalten. Der Schneckenstein in Muldenhammer soll über das Projekt der sogenannten Leader-Region "Sagenhaftes Vogtland" der Mittelpunkt eines Geoparks werden. Jürgen Mann, der Bürgermeister von Muldenhammer, will zur Vorstellung der Geopark-Studie auch die Nachbarkommunen einladen. Denn eines ist sicher - ein Geopark im Vogtland kann nur funktionieren, wenn ihn potenzielle Partner nicht ignorieren.

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