Zwei Straßen mehr für Adorf: Nicht alle begeistert

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Klarheit für mehr als 300 Anwohner: Stadt widmet Zufahrten im Neubaugebiet - Kritik aus der CDU-Fraktion

Adorf.

Die Stadt Adorf widmet zwei Wohnblockzufahrten im Neubaugebiet als öffentliche Straßen. Dieser vom Stadtrat mehrheitlich mit zehn Ja-Stimmen bei dreimal Nein und zwei Enthaltungen getroffenen Entscheidung war eine längere Debatte vorausgegangen. Widerspruch kam vor allem aus der Ratsfraktion der CDU, die erhebliche Folgekosten für die Stadt fürchtet.

Die Entscheidung schafft Klarheit für vier Wohnblöcke mit mehr als 300 Anwohnern - bei Winterdienst, Unterhaltung und Bau der Straße. Bislang war nur ein Teil der Straßen im Neubaugebiet öffentlich gewidmet - der Schillerring, die Querverbindung entlang der Wohnblöcke Schillerstraße 10 bis 24 sowie die Straße zur Scheibe. Die Widmung war schon 2018 geplant, damals aber verschoben worden, weil das Thema Straßenbaubeiträge erst geklärt werden musste. Ein Antrag auf Widmung liegt in der Stadt vor, sagte Bürgermeister Rico Schmidt (SPD). Die Wohnblöcke gehören der städtischen Wohnungsgesellschaft sowie der Wohnungsbaugenossenschaft Oberes Vogtland - letztere will die Widmung. Die betreffenden Straßen sind insgesamt 310 Meter lang und haben Wendehammer.

"Wir müssen nicht zwingend widmen", verwies CDU-Fraktionschefin Mariechen Bang auf die Nutzung der betreffenden Straßenstücken rein durch Anlieger. "Wir haben andere Baustellen, um städtische Mittel ausgeben zu müssen", befand sie. Ein Anspruch auf Widmung besteht in dem Fall nicht - dass hatte bereits 2006 ein Rechtsstreit von Adorf mit der Genossenschaft ergeben. Indes seien auch diese "Interessentenwege" laut Gerichtsaussage wie öffentliche Wege zu werten, machte Heike Windisch vom Stadtbauamt aufmerksam - die Stadt hatte es zuvor nämlich auch anders gesehen. Einen Kauf der Straße durch den Vermieter hatte dieser damals abgelehnt. Dass es für die Stadt mit zwei Straßen teurer wird, räumt auch die Verwaltung ein: Gut 1000 Euro mehr Straßenlastenausgleich vom Freistaat würde allein von den jährliche Kosten für den Winterdienst bei weitem aufgefressen. Aber: Will die Stadt in Zukunft Fördermittel für Baumaßnahmen haben, muss die betreffende Straße zwingend eine öffentliche sein. (hagr)

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