Zwotaer Glockenfilm soll an persönliche Schicksale erinnern

Im August soll die Zwotaer Kirche die neuen Glocken erhalten, die in Innsbruck gegossen wurden. Die alten wurde am 15. Mai abgenommen. Claus Dunsch dreht zu dem Thema wieder einen Film.

Zwota.

Gegossen bei Grassmayr in Innsbruck (Österreich) sind die drei Bronzeglocken schon, die im August ihren Platz im Turm der Zwotaer Kirche bekommen sollen. Die Vorgänger aus Stahl, 1946 gegossen in Morgenröthe-Rautenkranz, wurden bereits am 15. Mai abgenommen. Der Klingenthaler Claus Dunsch hat es gefilmt. Er will, wie schon 2012 bei der Rundkirche "Zum Friedefürsten" in Klingenthal, eine Dokumentation drehen. Die Glockenweihe ist für den 9. August geplant.

Mit den Glocken von 1946 ist eine sehr persönliche Geschichte verbunden. Die stiftete damals die Familie der Zwotaer Firma Werkzeugbau Max Windisch in Erinnerung an ihren Sohn Lothar, der als 18-Jähriger am 9. Dezember 1941 an der Ostfront gefallen war.

Lothar Windisch gehörte zu den Nachwuchstalenten der Zwotaer Theatertruppe. Als 16-Jähriger sollte er im Sommer 1939 eine Hauptrolle im Stück "Bauer und Musikant" spielen, das Mundartdichter Max Schmerler geschrieben hatte. Bei der Voraufführung im März 1939 im Gasthof zum Walfisch bekam der junge Bursche gute Kritiken. Die Sommersaison 1939 auf der Waldbühne fiel aber bereits den Kriegsvorbereitungen zum Opfer.

Am 5. Februar 1942, knapp zwei Monate nach dem Tod von Lothar Windisch, wurden die Glocken der Zwotaer Kirche zu Kriegszwecken abgenommen - wie schon gut 25 Jahre zuvor schon einmal: Am 1. Oktober 1917 war das Metall für den Ersten Weltkrieg gebraucht worden. Vier Jahre lang, bis 1921, blieb der Kirchturm verweist.

Die von der Familie Windisch gestifteten Glocken waren am 17. August 1946 geweiht worden, dem Kirchweih-Samstag, musikalisch umrahmt vom Kirchenchor unter Leitung von Oskar Schlott, Anni Jahn (Sopran), Wally Knerr (Violone) sowie Ilse Günther und Fritz Schaller an der Orgel.

Kaum bekannt ist dagegen, dass auch Zwota eine kleine Tradition im Glockengießen besitzt. 1837 hatte man nach dem Beispiel von Morgenröthe versucht, das ehemalige Zwotaer Hammerwerk als Glockengießerei weiterzuführen. Das Projekt hatte nur eine kurze Lebensdauer.

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