1. Mai: Dirk Zöllner rockt gegen Rechts

Während die Rechten am Mittwoch durch Plauen marschieren, läuft am Albertplatz ein Musikfestival. Sänger Dirk Zöllner spielt als Top Act. Seine Band war schon in Chemnitz bei "Wir sind mehr".

Plauen.

Die Plauener bekommen zum Maifeiertag ein Musikfestival geschenkt. Damit reagieren Bürger der Stadt darauf, dass Plauen am 1. Mai erneut zentraler Treffpunkt von Rechtsextremen sein soll. "Wir werden früh in Berlin starten, damit wir mittags in Plauen sind", sagt Musiker Dirk Zöllner. Mit seiner Band hatte er bereits im Herbst bei den Konzerten am Chemnitzer Karl-Marx-Kopf gesungen. Jetzt ist Zöllner der Top Act in Plauen und möchte zur Deeskalation beitragen: "Ich kann so etwas, das direkt von den Bürgern kommt, nur unterstützen", sagt Zöllner, und: "Ich habe keine Lust darauf, dass man sich gegenseitig anbellt." Er sehe sich selbst in der Rolle des Demokraten, der Verantwortung übernehmen wolle.

Grundproblem hinter nationalistischen Strömungen sei das Gefühl vieler Ostdeutscher, abgehängt worden zu sein. Zöllner bezeichnete sie als Kunden des Kapitalismus: "Sie kämpfen von Monat zu Monat, um ihre Miete zu zahlen. Ostdeutsche sind nicht integriert, das birgt Gefahren in sich. Wir können uns keine nationalistischen Ströme leisten." Er fühle sich nicht zu denen hingezogen, die brüllen und denen es um Randale geht, sagte er mit Blick auf Rechtsextreme und Linksextreme, zwischen denen es bei früheren Demonstrationen auch in Plauen zu Ausschreitungen gekommen war. "Es gibt ganz viele Menschen dazwischen", sagt Zöllner.


Das Malzhaus in Plauen gehört zu seinen Stammbühnen: "Für mich ein magischer Ort, weil Rio Reiser hier sein letztes Konzert gegeben hat." Mit seinem Auftritt am Mittwoch wolle er dazu beitragen, dass die Stadt nicht stigmatisiert werde. Bereits 2016 hatte die rechtsextremistische Splitterpartei Der Dritte Weg mit rund 1000 Anhängern in Plauen demonstriert. In diesem Jahr veranstaltet der Dritte Weg seine zentrale Mai-Demonstration ebenfalls in Plauen und ruft bundesweit zur Teilnahme auf. Zöllner: "Wir wollen eine andere Öffentlichkeit präsentieren. Wir wollen nicht, dass das ganze Land auf der Stadt rumhackt und sie abstempelt. Vollpfosten trifft man überall."

Das Musikfestival organisiert der Demokratie-Verein Colorido unter dem Motto "Plauen bleibt bunt". Der Verein habe gezielt Bands angesprochen, um einen Gegenpol zu setzen.

Das Festival am Albertplatz beginnt 13 Uhr.

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