13 Fichten krank: Für Wanderer wird's eng

Die Borkenkäfer scheren sich nicht um die Belange des Wanderparadieses zwischen Talsperre Pöhl und Weißer Elster. Was ist zu tun? Die Behörden wägen ab und warten ab.

Pöhl.

Für einen Teil der Pyramidenfichten sind die Tage gezählt. 13 dieser mächtigen Bäume auf der Pyramidenwiese im Triebtal sind von Borkenkäfern befallen. Einige sind bereits am Absterben, andere könnten sich nach Ansicht von Fachleuten vielleicht wieder erholen. "Mit Gewissheit lässt sich das erst im Frühjahr 2020 sagen", erklärte die Pöhler Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) in der Dezembersitzung des Gemeinderates. Vieles hänge von der weiteren Witterung ab.

Um sich ein Bild zu machen, haben sich am 3. Dezember Vertreter der Gemeinde, des Landratsamtes und des Staatsbetriebes Sachsenforst zu den Pyramidenfichten begeben. Die Bäume stehen an der Trieb zwischen der Sperrmauer der Talsperre Pöhl und der Mündung in die Weiße Elster. Einen Schnellschuss soll es nicht geben: Der Staatsbetrieb Sachsenforst will die Situation im Auge behalten, sich mit Gemeinde und Kreis im Frühjahr wieder in Verbindung setzen und dann bei Bedarf entscheiden.

Sollte sich das Absterben der Pyramidenfichten bestätigen, gibt es nach Aussage der Bürgermeisterin zwei Möglichkeiten: Man könnte die Bäume fällen oder den Wanderweg großräumig sperren. "Unter dem Aspekt der Verkehrssicherungspflicht wäre laut Sachsenforst wohl die erste Variante die bessere", erklärte Daniela Hommel-Kreißl.

Eine Sperrung des Weges wäre indes der nächste Einschnitt im Wanderparadies Triebtal. Denn der steil ins Tal herabführende Wanderweg am Aussichtsfelsen Loreley ist nach Steinschlag bereits gesperrt. Massive Gesteinsbrocken waren dort abgebrochen und talwärts gestürzt, kurz vor Jocketas 600-Jahr-Feier musste der Weg gesperrt werden. Seither ist unklar, wie sich die Sicherung unter Einbeziehung des Oberbergamtes Freiberg bewerkstelligen und finanzieren lässt. Die Gemeinde wäre damit laut Ortschefin überfordert.

Bereits 2015 wollte Sachsenforst die Fichtenbestände im Triebtal ausdünnen, um dem Laubmischwald zum Durchbruch zu verhelfen. Das hatte erhebliche Proteste ausgelöst, sogar eine Strafanzeige gab es gegen den Staatsbetrieb. Nach Berichten in der "Freien Presse" gab es rege Debatten. Einer der Diskutanten sollte mit seiner Prophezeiung Recht behalten: "Was die Natur holen will, holt sie sich, auch ohne Sachsenforst."

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