15 Stellen für Lehrer im Vogtland unbesetzt

Unterricht abgesichert - Jeder dritte Neue ist ein Quereinsteiger

Plauen.

Zum Start des neuen Schuljahrs konnten im Vogtland nicht alle Lehrerstellen besetzt werden. Nach Angaben von Arndt Schubert, Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung in Zwickau, gibt es im Vogtland in 15 Fällen eine Personallücke. Für den gesamten Zuständigkeitsbereich der Zwickauer Regionalstelle sind 29 Stellen unbesetzt. "Das bedeutet aber nicht, dass 29 Klassen unterrichtsfrei haben. Wir können auch mit weniger Lehrern den Unterricht abdecken", sagt Schubert. Um Kapazitäten für die Sicherung des Lehrstoffs zu gewinnen, werde weniger Energie in den sogenannten Ergänzungsbereich gesteckt - für Lehrer entfällt dann etwa die Leitung von Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag.

Im Vogtland arbeiten laut Schubert mehr als 1800 Lehrer. Der Anteil der unbesetzten Stellen sei damit gering. "Trotzdem tut jeder weh, der fehlt." Vor allem im Falle von Krankheitswellen gebe es wenig Vertretungsmöglichkeiten. In anderen Regionen, etwa Chemnitz und Bautzen, sei die Suche nach neuen Lehrern indes noch kniffliger.

Am günstigsten für das Vogtland sieht die Lehrerverteilung an den Gymnasien aus. "Dort gibt es eine sehr ausgeglichene Situation", so Schubert. Schwieriger sei es in Ober- und Grundschulen. "Gerade für Grundschulen lässt sich jedoch sagen: Vor jeder Klasse wird zum Schuljahresbeginn ein Klassenleiter stehen", sagt der Pressesprecher.

Um Engpässe zu vermeiden, setzt der Freistaat auch weiterhin auf Quereinsteiger. Im Vogtland beginnen heute 28 Seiteneinsteiger ihre Arbeit als Lehrer. Das macht einen Anteil von etwa einem Drittel an den Neu-Pädagogen der Region aus. Ab 1. November sollen weitere Quereinsteiger eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung absolvieren, um dann zum Beginn des zweiten Halbjahres als Lehrer im Einsatz zu sein. Das Problem der jetzt zum Schuljahresstart nicht besetzten Stellen kann damit aber nur bedingt gelöst werden - "erfahrungsgemäß gibt es im Laufe des Schuljahres noch eine Reihe nicht geplanter Ausfälle", so Schubert.

In ganz Sachsen sind zum Schuljahresbeginn 240 Lehrerstellen nicht besetzt. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) erwartet ein "schwieriges Schuljahr". An vielen Stellen werde man intensiv arbeiten müssen, um kurzfristig entstehende Lücken zu schließen.

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