Ab wann sich das Plätzchenbacken lohnt

Zur Stressvermeidung im Advent hat jeder ein eigenes Rezept. Die Staatliche Studienakademie Plauen hat Argumente für das ideale Weihnachtsgebäck und perfekte Weihnachtsbäume untersucht.

Plauen.

Vor der Frage, ob sie ihre Weihnachtskekse besser kaufen sollten oder Teig selbst herstellen, standen jetzt 30 Studenten der Berufsakademie in Plauen. Dozentin Juliane Fuchs näherte sich dem Thema in ihrer Nikolaus-Vorlesung auf betriebswirtschaftliche Art.

Die Professorin hatte zuvor einen Selbstversuch daheim gestartet. Ihr mit Zahlen unterlegtes Fazit: Bei sehr vielen Plätzchen, "so ab 500", lohnt es sich auf jeden Fall, in der eigenen Küche das Blech in den Ofen zu schieben. Wie sie darauf kommt? Mit Fakten und Zahlen belegte sie ihre Aussage.

Fuchs ging von variablen Kosten für die Arbeitszeit, den Materialkauf und den Strom aus und rechnete Fixkosten wie etwa für Raummiete hinzu. Ihre Rechengrundlage war ein Backblech mit 30 Plätzchen. Unterm Strich kam sie auf wenige Cent pro einzelner Leckerei aus Mehl, Butter, Zucker, Eier, Salz, Zimt und Zitronenabrieb - oder 2,50 Euro gesamt. Für die gleiche Menge an gekauftem Gebäck würde drei Mal soviel zu Buche schlagen. Nun könnte man die Zutaten zwar beim Discounter oder im Feinkostladen kaufen, aber so oder so würde es selbst gemacht vermutlich billiger.

Die Studenten jedenfalls wollen zum großen Teil weiterhin den Teig eigenhändig rühren. Ihre Vorlesung hielt Juliane Fuchs mit einem Augenzwinkern ab. Selbst wenn der Unterricht von ihr aus rationaler Sicht durchgeführt wurde, sei nur eines am Ende wichtig: "Dass es schmeckt!"

Im Anschluss an den Butterplätzchen-Crashkurs machte Fuchs Vorschläge, wie man - natürlich auch rein wissenschaftlich betrachtet - zum perfekten Weihnachtsbaum gelangen kann: Wenn mehrere Gehölze zur Auswahl stehen, sei eine Liste mit Bewertungskriterien von Vorteil, zum Beispiel zur Größe, der Transportmöglichkeit, dem Preis und der Frische. Danach kann das Ranking zwischen Nordmanntanne, Blaufichte und Kunstbaum beginnen.

Eine weihnachtliche Vorlesung mit Aha-Effekt soll es voraussichtlich auch im nächsten Jahr geben - dann öffentlich. Denn die neuen Räume der Berufsakademie auf dem Schlossberg bieten mehr Platz.


Was fürs Backenund was fürs Kaufen spricht

Zu dick? Zu bröselig? Oder etwa verbrannt? Wer beim Bäcker oder Konditor kauft, erhält in der Regel einwandfreie und zudem formschöne Ware. Diese hat natürlich ihren Preis.

Fertige Kekse verschaffen aber auch mehr Freizeit, die man in den Vorweihnachtstagen oft gut gebrauchen kann. Und seine Geräte, ob Schüsseln, Ausstecher oder gar den Ofen, schont man zudem.

Das Gemeinschaftserlebnis, am besten zusammen mit der ganzen Familie, spricht für das Selbstbacken. Außerdem entwickelt man zunehmend ein Gefühl dafür, wie's geht.

Es gelangt aufs Blech, was individuell schmeckt. Hinzu kommt: Allergiker wissen genau, was drin ist. Und auch Veganern wird nichts vorgegaukelt.

Kosten reduzieren können Zuckerbäcker, indem sie zum Beispiel Fertigmischungen probieren oder ihre Arbeitsmittel mit anderen teilen. (sasch)

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