Ackergäule ziehen Spitzen-Furche

Gibt's das heute noch, dass Pferde einen Pflug ziehen? Bei der Regionalpflüger-Meisterschaft waren drei Pferdegespanne dabei.

Plauen/Messbach.

Ein Areal an der Bundesstraße 173, kurz vor der Abfahrt Kürbitz. 23 Hektar groß ist es, so groß wie elf Fußballfelder. Es gehört Landwirt Gunter Stumpf aus Meßbach und war am Samstag Wettkampfort für Pflüger, die beim regionalen Leistungsvergleich antraten. Elf Pflüge wurden von Traktoren, drei von Pferdegespannen gezogen. Jedem Teilnehmer wurde eine 50 Meter lange Parzelle zugewiesen. Eine neunköpfige Jury aus Landwirten nahm die fertigen Furchen unter die Lupe. "Die sollten 22 Zentimeter tief und möglichst schnurgerade sein", erklärte Michael Eckl, Leiter der Landwirtschaftlichen Fachschule Plauen. Ausrichter des Wettbewerbs, der seit 1992 alle zwei Jahre stattfindet, ist der Absolventenverein der Schule. Landwirt Gunter ist Chef des Absolventenvereins. Der Test findet jedes Jahr auf einem anderen Feld statt und wurde schon in Adorf, Theuma, Reichenbach und Treuen ausgetragen.

Der Meßbacher hätte sich eigentlich freuen können, dass ihm die 14 Teilnehmer rund ein Drittel seines Feldes umgepflügt und ihm somit die Arbeit abgenommen haben. Aber Stumpf meinte: "Die Vorbereitung auf die Meisterschaft hat allerhand Zeit gekostet. Das gleicht sich am Ende wieder aus." Nach dem Wettkampf geht die Arbeit für ihn weiter, dann sät er Weizen.

Unter den Teilnehmern gab es auch einen exotischen Gast. Er ist einer von acht angehenden ungarischen Landwirten, die im Vogtland ein Praktikum absolvieren. Der junge Pflüger ist im Familienbetrieb Weck in Reichenbach untergebracht. Ebenfalls aus fremden Gefilden war der 35-jährige Christian Ackermann aus Seifertshain bei Leipzig angereist. Mit Pkw und Hänger, auf dem der Pflug stand, war er bereits am Freitag bei seinem Freund Danilo Körner in Wohlhausen eingetroffen. "Den ganzen Tag vom Morgen bis zum Abend haben wir auf meinem Feld das Pflügen trainiert", verriet Körner. Dann borgte der Vogtländer dem Leipziger noch einen Traktor Famulus. Damit tuckerte der vom oberen Vogtland nach Meßbach. Am Ende hatte es sich gelohnt. Ackermann wurde Erster in einer von drei Kategorien. Ihm hat der Wettbewerb, den es in der Leipziger Gegend nicht gibt, so gut gefallen, dass er 2018 unbedingt wieder dabei sein will.

Mit Pflug und Traktor ebenfalls zum Sieg schaffte es Johann Singer (23) aus Leubnitz. Mit einem Pferdegespann hatte der dritte Sieger, Peter Fröhlich aus Schönheide, den Kampf aufgenommen. Die beiden Polnischen Warmblüter Milan (13) und Grete (11) gehören seinem Freund Markus Mädger. Sie hatten die Furchen bilderbuchreif gezogen. "Ich pflüge zu Hause gerne so. Pferde vor dem Pflug haben den Vorteil, dass sie leichter als ein Traktor sind und nicht so viel Schaden anrichten", so der erfahrene Landwirt.

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