AfD will erstmals in Stadtrat

Wahlen 2019 Müll, Kinderbetreuung oder Sicherheit: Springt die AfD auf Themen anderer auf? Nein, sagen Kandidaten. Aber wenn es um die Sache geht, will die Partei mit anderen kooperieren.

Plauen.

Die personellen Querelen und parteiinterne Unstimmigkeiten hatten im April zum Rücktritt des Kreischefs der Vogtland-AfD geführt. Kann der Hickhack im Vorfeld bei der Kommunalwahl am 26. Mai schaden? "Das ist möglich, umso mehr müssen wir mit unserem Programm überzeugen", sagt Frank Schaufel. Der 62-jährige Optikermeister war bis 2009 in der SPD und kandidiert zum zweiten Mal für den Kreistag. Ebenso geht er für die AfD für den Plauener Stadtrat ins Rennen. Sein Wahlkreis 11 umfasst unter anderem die Stadt- und Ortsteile Haselbrunn, Reißig, Jößnitz, Neundorf und Straßberg.

Die AfD bewirbt sich erstmals um Sitze im Stadtrat. Sie hat in der Region derzeit 117 Mitglieder. Erst seit April ist Projektleiter Mathias Weiser (32) dabei. Auch der Wahlbezirk des kommunalpolitischen Neulings trägt die Nummer 11. In einer Partei war der Wahlplauener bisher nicht. Was ihn überzeugt habe, so Weiser, sei die gelebte Basisdemokratie in der AfD. So schätze er zum Beispiel, dass sich bei den Inhalten des Wahlprogrammes jeder mit seinen Vorschlägen und Ideen habe einbringen dürfen.


Müll, Kinderbetreuung oder Sicherheit - auch wenn es scheint, als springe die AfD auf Themen anderer Parteien auf: Die Kandidaten bestreiten das beim Pressegespräch. "Aber wenn es um die Sache geht, dann wollen wir gern mit anderen kooperieren", so Sabine Schumann. Die vor acht Jahren aus Thüringen zugezogene Verwaltungsangestellte hat kommunalpolitische Erfahrung. Sie saß in Thüringen für die Feuerwehr im Gemeinderat. Schumann ist die einzige Frau auf der AfD-Liste. Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sie sich zum Beispiel für den Erhalt des Kauschwitzer Rittergutes.

Die kostenlose Entsorgung von Grünschnitt, die Wiederöffnung des Rathaus-Lichthofs bei Stadtfesten oder ein 50-Euro-Zuschuss für jugendliche Vereinssportler sind Themen, die die AfD auf ihrem Zettel haben. Ebenso wendet sich die Alternative für Deutschland gegen Frühsexualisierung und gegen zu viel Digitalisierung in den Schulen. Wiederholt kriminell gewordene Flüchtlinge sollen zurückgeführt werden, denn: "Plauen hat, nicht zuletzt wegen der Rauschgiftkriminalität, ein großes Problem", so Schaufel. Und: "Wir wissen, manches, was wir fordern, ist nicht populär, doch wir wollen Druck von unten."

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