Agavenglück: Mittelmeer-Pflanze blüht inmitten des Vogtlandes

Zwei Weischlitzern war mit einem geschenkten Gewächs bisher kein Erfolg beschieden. Jetzt erfüllte sich ihr Traum.

Weischlitz.

Für Christine und Reinhard Pippig ist ein Traum in Erfüllung gegangen: ihre 60 Jahre alte Agave blüht.

1958 schenkte ein Freund der Familie Christine das kleine Agavenpflänzchen. Mitgebracht hat er es von einer Ingenieurtätigkeit in Algerien. In Netzschkau erhalten, zog es mit um nach Reichenbach und anschließend nach Weischlitz. "Die Pflanze blüht nur einmal, danach geht sie ein", sagt die Hobby-Gärtnerin. Das Ehepaar hatte nicht mehr damit gerechnet, die sukkulente Art je in Blüte zu sehen.

Normalerweise ist die Pflanze nur zwei Meter hoch. Mit Blütenstängel schafft sie es nun auf drei Mal soviel. Während die Agave in den Sommermonaten unter freiem Himmel steht, überwintert sie ab Herbst in der Halle der eigenen Stahlbaufirma in Weischlitz. "Die Pflanze muss mit dem Gabelstapler gefahren werden", erklärt Christine Pippig.

Die mittlerweile in einem eigens angefertigten Behälter stehende Agave wurde das letzte Mal vor 15 Jahren umgetopft. "Sie ist groß genug. Das müssen wir jetzt nicht mehr machen", sagt Sohn Volker. Das kräftige Wurzelwerk sprengt übliche Plastiktöpfe aus dem Handel. So ließ man einen Blumentopf aus widerstandsfähigem Kunststoff anfertigen.

Die im Reißiger Gewerbegebiet ansässige Plauener Firma Spranger Kunststoffe, die hauptsächlich Konstruktionen für Fischzucht und Forschung herstellt, nahm die Herausforderung an und entwickelte ein Ablaufsystem für überschüssiges Wasser im Inneren. Der Topf besteht aus schwarzem Polyethylen. Um den Anlass der seit zwei Monaten blühenden Agave zu feiern, veranstaltete Familie Pippig ein kleines Fest mit Freunden. "Dass wir das noch erleben dürfen", strahlen Pippigs um die Wette.

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