Als die Massen Demokratie forderten

30 Jahre Wende An den Mut der Menschen und ihren Einsatz für die Freiheit im Herbst 1989 wird unter anderem ein Dokumentarfilm erinnern.

Plauen.

Mit rund 102.000 Euro unterstützt der Freistaat Sachsen neun Projekte im Vogtland, die sich mit der Erinnerung an die Friedliche Revolution von 1989 und den Ereignissen bis zur Wiederherstellung der deutschen Einheit im Oktober 1990 beschäftigen. Den ersten Fördermittelbescheid dazu übergab Staatsminister Oliver Schenk (CDU), Chef der sächsischen Staatskanzlei, für ein Schülerkunstprojekt der Partnerstädte Hof und Plauen ("Freie Presse" berichtete). Schenk ist Vorsitzender des Beirates, der über die Verwendung der Mittel aus dem Förderprogramm "Revolution und Demokratie" entscheidet.

Von landesweit mehr als 100 gestellten Anträgen wurden bisher 70 genehmigt, sagte Schenk. Insgesamt stehen in diesem und im nächsten Jahr eine Million Euro bereit, um Projekte zu unterstützen, die an den Mut der Menschen von damals und an ihren Einsatz für Freiheit und demokratische Grundrechte erinnern.


Weitere Zuschüsse im Vogtland fließen für die Deutsch-deutschen Filmtage, die in diesem Jahr zum zehnten Mal in Plauen und Hof stattfinden und unter dem Motto "Von der Teilung zur Einheit" stehen. Eine 3-D-Laserproduktion zur Friedlichen Revolution in Plauen wird mit 13.500 Euro unterstützt. Uraufgeführt wird sie während der Gedenkveranstaltung am Abend des 7.Oktober am verhüllten Gerüst des Rathauses. Die Animation soll den Bogen spannen von Wahlfälschungen im Mai 1989 über die Plauener Massendemonstration vom 7. Oktober 1989 und die Grenzöffnung im November bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Wie Bürgermeister Steffen Zenner (CDU) erklärt, wird die Laserprojektion kein einmaliges Ereignis bleiben. Ein zweites Mal soll sie während eines Festaktes gezeigt werden, den Plauen und Hof am 9.November anlässlich der Grenzöffnung vor 30 Jahren im Vogtlandtheater planen. Die Philharmonien aus Hof und Plauen/Zwickau werden dabei gemeinsam musizieren.

Finanziell unterstützen wird der Freistaat mit 8100 Euro auch die Ausstellung "Die letzten Tage der DDR" im Plauener Malzhaus. Sie soll die 1980er Jahre in Plauen bis zum 7.Oktober 1989 widerspiegeln. Der Verein Vogtland '89 erhält knapp 30.000 Euro für die Produktion eines Dokumentarfilms, der aus Anlass des Jubiläums eine Bilanz für Plauen und das Vogtland ziehen soll.

Laut Bürgermeister Zenner hat die Stadt Plauen bewusst Projekte beantragt, die Zeitzeugenberichte festhalten und "nachhaltig" sein sollen. Nach 30 Jahren beginnen die Generationen zu schwinden, die das damalige Geschehen und auch die Zeit davor bewusst erlebt haben: "Sie kann erzählen, wie es war und was zu den Demonstrationen geführt hat, die Deutschland und Europa verändert haben. Sie muss es weitergeben an die Generationen, die ganz anders groß geworden sind."

Geld erhalten auch die Stadt Reichenbach und der Soroptimist-Verein für Vorhaben, die an das Wende-Geschehen und die Grenzöffnung erinnern.

revolution.sachsen.de

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