Anwalt zieht für Freie Wähler in den Wahlkampf

Wahlen 2019 Das hatte bis zur Zulassung durch den Kreiswahlausschuss keiner auf dem Zettel: In Plauen bewirbt sich auch ein Vertreter der Freien Wähler um Einzug in den Landtag.

Plauen.

Daniel van Heiden (44), Fachanwalt für Sozialrecht, seit 2010 mit eigener Kanzlei in Plauen, gebürtiger Oberlausitzer, seit 2006 im Vogtland zu Hause, verheiratet, zwei Kinder (6, 8). Das ist die Visitenkarte des Mannes, der sich am 1. September mit sechs weiteren Kandidaten um das Direktmandat der Stadt Plauen für den Landtag in Dresden bewirbt. Für die Freien Wähler.

2018 wurde er Mitglied in deren Landesverband Sachsen: "Es hat mir nicht mehr gereicht, mich immer nur zu ärgern und alle vier, fünf Jahre ein Kreuzchen zu machen", sagt er. Die großen Parteien seien keine Option für ihn gewesen. Aus Neugier befasste sich der Oberlosaer mit dem Programm der Freien Wähler und fand vieles, das ihn anspricht: die Stärkung des ländlichen Raums, bevor andere das Thema für sich entdeckten, Basisdemokratie und Bürgernähe, ideologiefreie und sachorientierte Lösungsvorschläge. Van Heiden gehört zu den Initiatoren und ist Vorsitzender des erst im Mai gegründeten Kreisverbandes Vogtland der Freien Wähler, der aktuell nur die drei Gründungsmitglieder zählt. Dass der Kreisverband es dennoch geschafft hat, noch in drei der vier vogtländischen Wahlkreise je einen Direktkandidaten aufzustellen, ist ein erstes Achtungszeichen. Im Wahlkreis 4 (Reichenbach mit Elsterberg und Pöhl) bewirbt sich mit Cathleen Martin die sächsische Spitzenkandidatin der Freien Wähler ums Direktmandat. Van Heiden ist auf der Landesliste nicht vertreten.


Als politische Ziele im Fall seiner Wahl nennt van Heiden die bessere Finanzausstattung von Kommunen: "Jeder weiß, wie manche Straße in seinem Ort aussieht." Zudem werde es ihm darum gehen, den Mittelstand so zu stärken, dass kleine Betriebe keine Abwanderung der Fachkräfte zu besser bezahlten Arbeitsplätzen in der Industrie fürchten müssen. Angesichts der demografischen Entwicklung sei die Politik gefordert, hier Modelle für die Zukunft zu entwickeln: "Sie muss den Bürgern wieder mehr zuhören - dort, wo sie leben", sagt van Heiden. Dass die in den Kommunen starken Freien Wähler nun auch für den sächsischen Landtag antreten, ist für van Heiden der nächste logische Schritt: "Manches lässt sich eben nicht mehr vor Ort lösen." Van Heiden sieht die Freien Wähler als "Alternative der Mitte und des Bürgertums". Zu den erwarteten Ergebnissen sagt er, es wäre "super", wenn er "in dem CDU-dominierten Landstrich" für sich ein zweistelliges Ergebnis und die Freien Wähler mit über fünf Prozent den Einzug in den Landtag schafften. Die Resultate der jüngsten Landtagswahl in Bayern lassen ihn hoffen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...