Anwohner üben Kritik: Straße wird verschlimmbessert

Die Paul-Schneider-Straße wird seit dem Sommer umgemodelt. Einige Bürger zeigen sich entsetzt: Der Ausbau geht für sie in die völlig falsche Richtung.

Plauen.

Das sieht nach Zentimeterzirkelei aus, wenn sich an der Baustelle Paul-Schneider-Straße ein Lkw ganz langsam rückwärts an einem parkenden Auto vorbeischiebt. Anwohner betrachten die Entwicklung "ihrer" Straße kritisch: Der Fußweg wirkt auf sie nun breiter als die Straße, zwei Autos kommen kaum mehr aneinander vorbei, sagen sie, und vermutlich fallen künftig Parkplätze weg. "Schafft die Stadt das alles überhaupt bis Ende September?", will Monika Müller wissen. Sie und ihr Mann Hellmuth wohnen schon lange an dieser Straße.

Seit dem 12. Juni rackern Arbeiter dort im Auftrag der Stadtverwaltung. Als sie einen von ihnen angesprochen hat, so Monika Müller, habe ihr der Mann verraten, dass er schon zahlreiche Fragen und Beschwerden von Anwohnern abbekommen hat. Ob Müllabfuhr oder Krankenwagen: Müllers machen sich Gedanken, wie Fahrzeuge künftig noch durchkommen.

Klar ist schon mal: Bis Ende September fertig werden die Arbeiter nicht, teilt das Rathaus mit. "Voraussichtlich um den 12. Oktober werden die Arbeiten beendet", erklärte die Pressestelle. Der Termin Ende September beruhe auf einer alten Planung, bei der die Arbeiten früher losgegangen wären, erläuterte Steffen Ullmann, Fachgebietsleiter Tiefbau im Rathaus.

Die 180 Meter, die zwischen Schiller- und Jößnitzer Straße grundhaft ausgebaut werden, haben es in sich: Los ging's mit der Auswechslung des Mischwasserkanals des Zweckverbands Wasser/Abwasser Vogtland. Anschließend wurde die Trinkwasserleitung erneuert. Nun ist der Bau der Straße, der Parkflächen und der Gehwege einschließlich Kabelverlegearbeiten der Anbieter Telekom und Pyur sowie die Straßenbeleuchtung dran. "Die Straße wurde mit Asphaltbelag hergestellt, die Parkstellflächen wurden mit dem vorhandenem Granitpflaster befestigt und die Gehwege mit Betonpflaster", gibt die Stadtverwaltung bekannt. Die Paul-Schneider-Straße sei dann ein verkehrsberuhigter Bereich. Bepflanzungen an den Parkflächen sollen im November nachgeholt werden.

Die Kritik der Anwohner weist das Rathaus von sich. Dass der Gehweg breiter wird als zuvor, sei eine Illusion, erklärte auf Anfrage Fachgebietsleiter Steffen Ullmann: "Durch die neue Aufteilung des Straßenraumes entsteht optisch dieser Eindruck." Die Gehwege erhielten zum Teil eine neue Linienführung und die Parkplätze würden teilweise schräg angeordnet, erläuterte er weiter. Auch sollen nach Ullmanns Angaben Pkw genug Platz haben, um aneinander vorbeifahren zu können: "Eine Einbahnstraße wird nicht eingerichtet", so der Fachgebietsleiter. Anwohner sollen auch kaum Abstriche an Stellflächen machen müssen: "Die Anzahl der Parkstellflächen bleibt im Wesentlichen gleich", sagte Ullmann. Zu beachten sei allerdings dabei, fügte er hinzu, dass vor den Bauarbeiten auch im Bereich des Wendehammers unzulässigerweise geparkt wurde.

Die Baumaßnahme kostet nach Angaben aus dem Rathaus rund 475.000 Euro. Gefördert wird sie zu zwei Dritteln, da die Straße in der Östlichen Bahnhofsvorstadt und damit im Fördergebiet Soziale Stadt 2016-2025 liegt.

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