Aral-Tankstelle: Anwohner befürchtet neuen Trinker-Treff

Krach, Streit, Körperverletzung, Sachbeschädigung: Ein Bürger schlägt Alarm. An der Tanke an der Hammerstraße wird es ihm zu bunt.

Plauen.

Ruhige Nächte sind selten geworden für einen Mann, der an der Plauener Heubnerstraße wohnt. Im Stadtrat fragte er vor Kurzem, ob sich nach dem Alkoholverbot im Zentrum nicht auch etwas für die nahe Aral-Tankstelle an der Hammerstraße machen ließe. Die Tanke mausere sich immer mehr zum Treff für Leute, die dort nachts Alkohol trinken und laut werden, klagte der Bürger (Name der Redaktion bekannt). Er hätte dort gern mehr Polizeistreifen. Wird die Aral-Filiale im Problemviertel Hammertorvorstadt nun zur neuen Problemzone?

Ein Abend unter der Woche, kurz vor 22 Uhr, Tanke Hammerstraße. Der Nachtschalter ist seit ein paar Minuten offen. "22-6 Uhr bitte Ruhe halten", ist auf einem Schild zu lesen. Einige Kunden versorgen ihre Autos mit Sprit oder sich selbst mit Zigaretten, Schokolade, Wodka. Neben dem Staubsauger steht ein Grüppchen am Pkw, ein Mann hat ein Bier in der Hand, sie reden und lachen. Nah am Nachtschalter lehnen zwei junge Männer an einem Auto, auch sie mit Bieren in den Händen, auch sie unterhalten sich. Alles so weit ruhig, alles ganz normal, sagt eine Mitarbeiterin. Die jungen Leute kennt sie. Spätschichtler von der nahen Verzinkerei an der Auenstraße kämen um diese Uhrzeit öfter mal her. "Die trinken hier noch ein Bier und reden ein bisschen", so die Angestellte. Da drücken sie ein Auge zu. Denn Alkohol zu trinken ist auf dem Gelände laut Hausordnung eigentlich nicht drin.

Ab Mitternacht sei nicht mehr viel los, ergänzt eine Kollegin. Wenn doch mal jemand laut werde, dann ermahnen sie den Krachmacher, leise zu sein. Das helfe aber nicht immer: "Manche werden frech", sagt die andere Mitarbeiterin. Gibt's Probleme, zögern sie nicht, die Polizei zu rufen, sagen sie. Ihr Chef stehe da voll hinter ihnen. Doch heftige Streits oder Pöbeleien sind ihnen in den vergangenen Monaten nicht aufgefallen.

Der Polizei dagegen schon, wenn auch nicht regelmäßig, sagt Sprecher Christian Schünemann. Er wisse, dass die Tankstelle Treffpunkt für Bürger ist. Es sei auch kein Geheimnis, dass dort Alkohol konsumiert wird. "Hin und wieder kommt es zu Zwischenfällen", erklärt er. Zum Beispiel am 4. April, als sich einige Leute mit Worten zofften. Oder am 21. April: Körperverletzung zwischen mehreren Menschen und Beschädigung eines Pkw. Zuletzt am 15. Mai: Eine alkoholisierte Person schreit und pöbelt herum. Die Polizei fährt dort kontinuierlich auf Streife vorbei. "Es handelt sich um keine Problemzone", schätzt Schünemann ein.

Im Ordnungsamt liegen keine Beschwerden über nächtlichen Lärm und Vandalismus an der Tankstelle vor. Das teilt Martin Gabriel, Bereichsleiter im Ordnungsamt, auf Anfrage mit. Der gemeindliche Vollzugsdienst überprüfe regelmäßig, so Gabriel, ob die Polizeiverordnung auf dem Gelände eingehalten wird. Die Aral-Pressestelle hat sich auf "Freie Presse"-Anfrage zu Alkoholkonsum und Krach auf dem Areal nicht geäußert.

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