Aus echtem vogtländischen Holz geschnitzt - Kunst am Bahnhof

Kunst und Kultur aus Vergangenheit und Gegenwart erlebten die Besucher des 48. Kunstbahnhofs am Bahnhof Pirk.

Pirk.

"2020 wollen wir die 50. Ausstellung am Bahnhof Pirk feiern", blickte Susanne Söllner Burr beim 48. Kunstbahnhof am Sonntag voraus. Schon jetzt werden dafür erste Ideen gesammelt. Zuvor allerdings wird es im September noch die 49. Schau geben. Was genau dann gezeigt wird, darüber kann die Kunstbahnhof-Initiatorin noch nicht sprechen, denn:. "Noch laufen Gespräche. Nichts ist entschieden. Aber es wird wieder interessant", so Söllner-Burr.

Auch für die 48. Auflage des Kunstbahnhofs hatte sie sich besondere Künstler ausgesucht. Zur musikalischen Umrahmung der Veranstaltung waren diesmal zwei junge Musiker angerückt. Seit zwei Jahren sind Lorenz und Robert Schierl aus Pirk-Türbel die "Schierlleader". Der 14-jährige Robert spielt seit sech Jahren Saxophon, sein zwei Jahre älterer Bruder seit acht Jahren Klavier. "Wir spielen vor allem Jazz und Pop, aber ältere Stücke wie etwa 'May Way' von Frank Sinatra", erklärte Robert Schierl.


Beweisen konnten sie ihr Können bereits bei Auftritten im Oelsnitzer Mosengymnasium, beim Mondscheinshopping im Modehaus Biller oder eben jetzt am Kunstbahnhof Pirk. Dort befanden sie sich diesmal auch in Künstlergesellschaft mit der Gutenfürster Schnitzerin Heike Rosenkranz und Werken des Oelsnitzer Malers Max Schneider (1903 bis 1980), die von seiner Großnichte zur Verfügung gestellt wurden. Bei dieser Gelegenheit erfuhren die beiden jungen Herren auch so einiges über vogtländische Sagengestalten. Heike Rosenkranz kennt sich aus. Natürlich hat ihr geschnitzter Moosmann die drei schützenden Kreuze, hält das Moosweibel ein Büschel Gold in der Hand.

Seit Anfang des Jahrtausends schnitzt Heike Rosenkranz aus vogtländischem Holz Menschen, Tiere, Sagenfiguren. "Eiche, Esche, Lärche, Kirschbaum - ich schnitze alles, außer Fichte", verriet sie. Das Besondere: Die Figuren sind alle mit der Motorsäge geschnitzt. Auch ihr Moosmann aus Lärche und die Moosfrau aus Eiche wurden mit dem Carvingschwert bearbeitet. Ausnahme: Die Gesichter. Augen, Nase, Mund und die Gesichtszüge werden mit Hand bearbeitet.

"Maler Max Schneider hat auch Menschen gemalt, vor allem im Krieg", erzählte Susanne Söllner-Burr. In Pirk allerdings waren vor allem Landschaften und persönliche Dokumente des Oelsnitzer Malers zu sehen, dessen Werke sich auch im Bestand von großen Museen der Region wie dem Vogtlandmuseum und Schloss Voigtsberg befinden.

Durch seine Arbeitslosigkeit in der Weltwirtschaftskrise sei aus Max Schneider, dem gelernten Teppichweber, ein Maler geworden. Sein Lehrer an der Kunst- und Fachschule für Textilindustrie Oelsnitz, einer Außenstelle der Kunstschule Plauen, war Walter Löbering.

"Max Schneiders Kunst war und ist beliebt. Deshalb hängen Bilder von ihm bis heute in vielen vogtländischen Wohnzimmern", so Söllner-Burr.

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