Aus für Sängerbund im Vogtland: Burgsteinsingen soll weitergehen

Der Vogtländische Sängerbund und Musikverein löst sich am Jahresende auf. Die Vize-Chefin des Dachverbands, Kirsten Arnold, begründet dies - und warum das Chöre-Treffen noch Chancen hat.

Plauen.

Es fehlt einfach der traditionsbewusste Nachwuchs. "Jüngere Leute, die die vogtländische Mundart, die Sitten und Bräuche der Region pflegen möchten, sind rar." Diese Aussagen von Kirsten Arnold bringen auf den Punkt, woran es krankt beim Vogtländischen Sängerbund und Musikverein (VSUM), dessen Vizechefin Arnold ist.

Weil das Problem unlösbar scheint, soll es den Dachverband ab nächstem Jahr nicht mehr geben. Fakt sei, so Arnold, dass die Neuwahl beim VSUM aus Alters- und Krankheitsgründen zum wiederholten Mal ergebnislos geblieben ist. "Wir finden einfach nicht genügend Mitglieder im Vorstand", erklärt sie. Deshalb müsse nur zwei Monate vor dem 25-jährigen Bestehen der Schritt leider vollzogen werden, bedauert Arnold. Mit 50 ist die Plauener Steuerfachangestellte, die seit der Kindheit singt, eine der Jüngsten in dem Chöre-Verbund. Sie ist übrigens als Einzelmitglied registriert - und derzeit eben auch als ehrenamtliche Liquidatorin des Dachverbandes tätig.

Arnold kennen viele als Moderation des beliebten Burgsteinsingens, das seit über zwei Jahrzehnten am letzten Wochenende im Juni bei Krebes stattfindet. Auf der Veranstaltung im Sommer hatte sie die drohende Auflösung des Sängerbundes bereits thematisiert. Damals seien viele Mitstreiter geschockt gewesen. "Viele möchten gern untereinander in Verbindung bleiben, aber niemand will sich den Hut aufsetzen", bedauert Arnold.

Aber vielleicht geht das Burgsteinsingen ja weiter. "Das ist mein Herzenswunsch", sagt Arnold. Da der Name des Chöre-Treffens rechtlich nicht geschützt sei, könnte es also theoretisch jeder veranstalten, informiert die Freizeitsängerin. Möglicherweise gebe es eine Projektförderung. Auch der Verein Burgstein erleben könnte sich eventuell als Ausrichter einbringen, so Arnolds spontaner Vorschlag.

Dessen Vereinschefin Daniela Günther äußert sich gegenüber "Freie Presse" vorsichtig: "Wir sind dazu noch nicht angesprochen worden, haben uns also auch noch keine Gedanken drüber gemacht." Es sei auch nicht ihr Metier, so Günther, deren Verein bisher immer nur die Örtlichkeit zur Verfügung gestellt hat. Eigentümer allerdings sei die Stadt Plauen, Burgstein erleben habe lediglich einen Pflegevertrag. Es würde beispielsweise der Rasen vor Veranstaltungen gemäht. Dass das Burgsteinsingen eine Berechtigung habe, empfindet Daniela Günther jedoch ebenfalls.

"Das Schöne am Burgsteinsingen ist, dass man da stets offen für Gäste ist", schwärmt Kirsten Arnold. Das Publikum dürfe und solle mitsingen, wenn die Akteure - oft mit Mandoline, Akkordeon und Bass ausgestattet und in vogtländischer Tracht - auf der Bühne loslegen. Auch die Zuschauer sind meist ältere Semester. Die Generation derer, die um die 30 sind, wolle zwar gemeinsam singen, "aber andere Sachen", so Arnold - Gospel zum Beispiel. Die Zukunft sehe sie persönlich im Vogtland deshalb in Projektchören, die für eine begrenzte Zeit zusammen proben und dann Stücke aufführen. Ein bisschen Chor, so Arnold, tue wohl jedem gut, denn: "Gemeinschaftsgefühl, das lernt man dort."

Zum Vogtländischen Sängerbund und Musikverein gehören aktuell noch sieben Formationen aus Plauen und dem Vogtland.

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