AWG will mit Marketing neue Mieter anlocken

Der Lagebericht weist gute Zahlen trotz hohen Leerstandes aus. Die Mieten sind top, sollen aber künftig moderat steigen.

Plauen.

Mit einer Öffentlichkeitsinitiative will die AWG Wohnungsgenossenschaft Plauen potenzielle Mieter gewinnen. Während Großstädte wachsen und eine hohe Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt verzeichnen, "fehlen Plauen diese wirtschaftlichen Impulse", erklärte die AWG-Vorstandsvorsitzende Carolin Wolf in der Vertreterversammlung. Die hält der Großvermieter einmal jährlich ab, um über die aktuellen Entwicklungen zu berichten.

Für die Mieter sei dieser scheinbare Vorteil nur auf den ersten Blick gut, erklärte Carolin Wolf. Denn bei Unterbelegung und Wohnungsleerstand drohe auf lange Sicht eine ungünstige Kostenstruktur, warnte sie.


Abgesehen von einigen Begleitumständen und mittelfristigen Risiken, zeichneten Carolin Wolf und Günter Schneider, Vorstand Wohnungswirtschaft und Technik, in ihrem Lagebericht das Bild eines solide aufgestellten Wohnungsunternehmens. Die AWG bewirtschaftete per Ende 2018 insgesamt 4529 Wohnungen und 1214 "sonstige Einheiten". Das sind insbesondere Garagen und Stellflächen, dazu kommen neun Gewerbeeinrichtungen.

Mit 569 Wohnungen erreiche der Leerstand 12,6 Prozent - der Sachsen-Schnitt liege mit 9 Prozent deutlich günstiger. Besonders der hohe Altersdurchschnitt der Mieter spiele dabei eine entscheidende Rolle, erklärte die Vorstandsvorsitzende und leitete daraus die Forderung ab, das Profil in der Öffentlichkeit zu schärfen und mit den Vorteilen der AWG zu punkten. Ein Künstler schuf dazu Maskottchen, die Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Figuren ähneln und im Stadtbild hier und da auf Wänden und an Garagen für Wiedererkennung sorgen sollen. Auch Events wie der Treppenhauslauf im Elfgeschosser Dr.-Karl-Gelbke-Straße 2 und das Hofkonzert sollen Bausteine des Marketings sein.

"Mit unserer derzeitigen Miete liegen wir weit unterhalb des Durchschnitts in Sachsen", heißt es im Vorwort des Lageberichtes. Dort werden zugleich unumgängliche Mieterhöhungen angekündigt. Die sollen schrittweise und moderat erfolgen, um die Mitglieder nicht zu überfordern. Die zurzeit kräftig steigenden Preise für Bau und Bewirtschaftungsleistungen ließen der AWG keine Wahl.

Die vorgelegten Zahlen unterstreichen die grundlegenden Aussagen der Vorstände. Der Jahresüberschuss lag mit 937.000 Euro über dem Vorjahreswert. Für Modernisierungen von Wohnungen gab die AWG 2018 fast 3,5 Millionen Euro aus - 2019 sind dafür 1,7 Millionen Euro geplant. Deutlich wachsen sollen die Ausgaben für Instandsetzungen: von 1,8 auf 2,7 Millionen Euro. Für Ausgaben für Wohnungswechsel ist nach 2,8 Millionen Euro 2018 ein Anstieg auf 3,2 Millionen Euro prognostiziert. Mit einer von 72 auf 72,3 Prozent gestiegenen Eigenkapitalquote steht die AWG finanziell robust da. Die Mitgliederzahl blieb mit 4215 konstant, doch mit Blick auf die demografische Entwicklung in Plauen wird ein Rückgang erwartet. In der AWG-Verwaltung gibt es 24 und im Bauhof 15 Beschäftigte.

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