Bahnhofstraße bis Anfang August Großbaustelle

Die Straßenbahnen in Richtung Norden müssen derzeit im Depot bleiben. Stattdessen fahren Busse im Schienenersatzverkehr, weil im Auftrag des Verkehrsunternehmens kräftig gebaut wird. Doch was geschieht eigentlich unweit des Postplatzes?

Plauen.

Dass das nördliche Plauen derzeit komplett vom Straßenbahnverkehr abgeschnitten ist und nur noch vier von sieben Endhaltestellen mit der Tram erreichbar sind, man auf Schienenersatzverkehr mit Bussen angewiesen ist, das hat es in der Stadt lange nicht gegeben. Hartmuth Förster, der Abteilungsleiter Verkehr der Plauen Straßenbahn GmbH, weiß es genau: "Ich bin seit 36 Jahren bei der Straßenbahn", sagt er. Als er einst seine Tätigkeit in dem Unternehmen aufgenommen hatte, da wurde die Bahnhofstraße gerade zur Fußgängerzone umgestaltet. Und dabei waren auch die Straßenbahngleise neu verlegt worden. "Das hat 1983 begonnen und dauerte bis 1985, in mehreren Bauabschnitten", blickt der Plauener zurück. Seitdem fanden immer nur kleinere Reparaturen statt. Fugen zwischen locker gewordenen Platten etwa wurden ausgegossen. Die Zeit für eine größere Baumaßnahme an der Bahnhofstraße war jetzt also reif.

Dass es mit Reparaturen nicht mehr getan ist, das haben die Straßenbahner bei ihren jährlichen Messungen an den Schienen festgestellt. Bei diesen Messungen ermitteln Fachleute den Verschleiß. "Der Fahrkopf auf der Schiene war abgefahren", berichtet Hartmuth Förster. Wenn die Wagen nicht mehr auf diesem Fahrkopf fahren können, dann bestehe die Gefahr der Entgleisung, ergänzt er. Es musste also dringend etwas getan werden. "Wir wechseln jetzt 500 Meter Gleis aus", nennt er eine Zahl. Der Bauabschnitt erstreckt sich in etwa von der Stresemannstraße bis zur Jößnitzer Straße. "Es geht etwas weiter runter als bis zur Stresemannstraße", räumt Hartmuth Förster ein.


Den Abschnitt bis zur Rädelstraße aber hebe man sich für später auf. Der könnte nächstes Jahr an die Reihe kommen, blickt der Straßenbahner voraus. Das steht aber noch nicht zu 100 Prozent fest. Für die jetzigen Arbeiten fand eine Ausschreibung statt. Den Zuschlag hat das Unternehmen Verkehrswegebau Papenburg aus Halle bekommen.

Der Stillstand in Richtung Oberer Bahnhof, Preißelpöhl und Plamag gibt derzeit die Gelegenheit zu weiteren Baumaßnahmen. "Wir haben an der Bundesstraße 92 in Höhe Stadtwald die Gleiseindeckplatten herausgenommen und die Fläche durch Bitumen ersetzt", informiert Förster weiter.

Der Schienenersatzverkehr funktioniere unterdessen reibungslos. Man habe lediglich Probleme beim Wenden der Busse an der Melanchthonstraße bekommen. Der Platz dort ist zu klein. Deshalb fahren die Busse seit 12. Juli den Unteren Graben hinauf am Rathaus vorbei und biegen dann rechts in die Dobenaustraße ein.

Die Haltestelle Albertplatz ist übrigens auch im Jahr 1985 in Betrieb gegangen. Vorher hielten die Wagen etwas weiter oben in Höhe des damaligen Platzes der Roten Armee.

Die Bauarbeiten auf der Bahnhofstraße dauern voraussichtlich noch bis zum 2. August. Ab 3. August soll die Tram wieder wie gewohnt fahren.

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