Bauboom: Häuslebauer legen Grundsteine im flotten Tempo

Bauherren können seit diesem Jahr im Gebiet "An der Eiche" loslegen. Davon machen sie reichlich Gebrauch. Sonst gibt es in Plauen dafür wenig Chancen. Woanders schon.

Plauen.

Die Palette hängt am Haken. Langsam hebt sie der Kran empor und bringt die roten Backsteine eine Etage höher - damit das Wohnhaus im Plauener Neubaugebiet "An der Eiche" möglichst schnell fertig wird. "Wir haben hier sogar noch ein paar Baustellen", sagt Bauleiter Tilo Eckardt und deutet mit der Hand auf zwei weitere Gebäude, die gerade im Entstehen sind. "Insgesamt errichten wir hier sechs Häuser, aber wohl nicht mehr alle in diesem Jahr."

Seit Juni tut sich was im neuesten Baugebiet der Kreisstadt. Auf vier Grundstücken wird mittlerweile gemauert, an zweien finden immerhin schon Erdarbeiten statt. Gut möglich, dass in den kommenden Wochen noch mehr Bagger und Kräne anrücken. "Bisher wurden 13 Bauanträge für das Gebiet gestellt", teilte Fachgebietsleiter Ulrich Giering aus dem Plauener Rathaus mit. "Elf davon haben bereits eine Genehmigung erhalten." Wie viele Häuslebauer insgesamt dieses Jahr "An der Eiche" loslegen, kann er nicht vorhersagen. Erstens weiß Giering nicht, wie viele Anträge 2018 noch gestellt werden. Zweitens sind die Genehmigungen drei Jahre gültig. Die Bauherren können sich bis zum ersten Spatenstich also etwas Zeit lassen.

Doch die wenigsten werden das tun. Die Erweiterung von "An der Eiche" ist das erste größere Baugebiet, das die Stadt seit Jahren zur Verfügung stellt. Dementsprechend groß war der Run auf die Parzellen. "Das hätten wir so nie erwartet", sagt Thomas Freundel, Geschäftsführer der UTR Umwelt-, Tiefbau- und Recycling GmbH aus Schönbrunn. Sein Unternehmen hatte die 39.000 Quadratmeter große Fläche Anfang des vergangenen Jahres für rund 490.000 Euro erworben, dort Strom, Wasser und andere Medien verlegt und die Fläche - in 52 Grundstücke zerlegt - an Bauwillige weiterverkauft. "Zehn Parzellen sind noch frei", so Freundel. "Die anderen sind alle schon weg."

Deswegen hätte UTR prinzipiell Interesse an einem ähnlichen Projekt. Doch die Stadt möchte vorerst kleinere Brötchen backen. Im Bereich Weischlitzer Straße/Pirker Straße könnte Freundel - oder ein anderer Investor - 5000Quadratmeter kaufen, Medien in der Erde verlegen und vier bis fünf Parzellen an Bauherren verkaufen. "Die Erschließung eines ähnlich großen Baugebiets wie ,An der Eiche' wird zurzeit von uns nicht geplant", betont Plauens Baubürgermeister Levente Sárközy.

Doch UTR-Geschäftsführer Freundel hat nach dem Erfolg in Plauen Blut geleckt - und kürzlich in Oelsnitz für 266.000 Euro eine 17.000Quadratmeter große Fläche erworben. Auch dort kümmert sich UTR um Strom, Wasser und alles andere, um die Fläche dann häppchenweise weiterzuverkaufen. Die Erfolgschancen sind gut. Denn in Oelsnitz scharren die Häuslebauer schon seit Jahren mit den Hufen - genauso wie in Plauen. (mit hagr)

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...