Bei Sachsendruck läuft auch Wahlwerbung über die Maschine

Das Unternehmen an der Paul-Schneider-Straße hat alle Hände voll zu tun und will seinen Umsatz weiter steigern. Dafür wurde auch neue Technik angeschafft.

Plauen.

Die derzeit überall auftauchende Wahlwerbung für die Abstimmung zum Europaparlament und zu den Kommunalvertretungen beschäftigt auch den Sachsendruck. "Hier haben sie alle auf einem Bogen", zeigte Geschäftsführer Kai-Uwe Groß am Dienstag bei einem Rundgang mit Mitgliedern des Dachverbandes Stadtmarketing durch die Gebäude an der Paul-Schneider-Straße auf große Bögen mit Parteienwerbung.

Die großen Druckbögen enthalten zahlreiche kleinere Karten mit Kandidaten des gesamten politischen Spektrums, von Freien Wählergemeinschaften bis zur CDU. Gedruckt wird aber weitaus mehr als Wahlwerbung: Knallbunte Seiten mit lustigen Bildern für Kinder-Pappbücher waren in den Hallen jede Menge zu sehen.


Das Geschäft mit Papp-Büchern mache derzeit etwa ein Drittel der Produktion aus, informierte der Sachsendruck-Chef. Was derzeit außerdem abgearbeitet wird, das ist ein Auftrag zur Herstellung von Speisekarten für eine Burger-Kette in einer Auflage von 100.000 Stück. Ein Teil der Karten lag in der Halle schon bereit. "50 Prozent ist heutzutage Online-Geschäft", berichtete Groß. 20 Paletten mit fertiger Ware stünden schon wieder bereit, die über den Versandhandel an die Kunden im ganzen Lande verschickt werden.

Damit es noch schneller und in noch besserer Qualität geht, gibt die Firma Geld aus. Die Paletten mit den Speisekarten standen neben jüngst erst montierten neuen Maschinen der Heidelberger Druckmaschinen AG, die sich der Betrieb für mehrere Millionen Euro angeschafft hat. Die "XL 145-5+L" bringt 176 Tonnen auf die Waage, ist 30 Meter lang und erforderte extra einen Wanddurchbruch in der Druckhalle. Eine der neuen Anlagen ist in dieser Woche in Betrieb gegangen. Die moderne Technik könne schneller und in besserer Qualität drucken, so Groß. Pappbücher und normale Hardcover-Bücher sollen damit hergestellt werden. Am Montagabend lieferte die Heidelberger Druckmaschinen AG dann die zweite neue Maschine an. Mit ihrer Geschwindigkeit und geringeren Rüstzeiten soll eine 40-prozentige Produktionssteigerung möglich sein. Die neue 18 Meter lange und 75 Tonnen schwere Technik ersetzt eine zehn Jahre alte Maschine. Sie soll eine Woche vor Pfingsten in Betrieb gehen.

Kai-Uwe Groß berichtete über einen Umsatz von 15 Millionen Euro im vorigen Jahr. Das seien zwei Millionen mehr gewesen als 2017 und soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Unser Umsatzziel sind 20 Millionen Euro", sagte der Plauener. Dieses Ziel will Sachsendruck im Jahr 2022 erreicht haben. "Wir haben alle gemeinsam das Ziel, Aufträge von Fernost wieder nach Deutschland zu holen", blickte Groß auf die Konkurrenz in Asien. Mitbewerber gebe es allerdings auch in europäischen Ländern wie Polen, machte er deutlich.

Der Sachsendruck gehört zu den ältesten Betrieben in Plauen. Er wurde einst als kleine Druckerei für Zeitungen gegründet. Im Jahre 1845 lief die Erstausgabe des "Struwwelpeter" durch die hiesige Druckpresse. Inzwischen können Autoren über die Internetseite des Sachsendrucks Kontakt aufnehmen und gemeinsam mit dem Hersteller ihr Buchprojekt besprechen und umsetzen.

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