Bekannte Stadtvilla kommt untern Hammer

Morgen soll eine Plauener Immobilie zwangsversteigert werden, die seit ihrer Erbauung im 19. Jahrhundert eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat.

Plauen.

16 Zimmer mit 562 Quadratmetern Wohnfläche, dazu ein Grundstück von 5591 Quadratmetern - so kann repräsentatives Wohnen inmitten von Plauen aussehen. Für 69.000 Euro steht das Gebäude derzeit in einschlägigen Immobilienportalen im Internet. Morgen, 14 Uhr, soll im Amtsgericht Zwickau für das Haus mit exklusivem Blick auf die Friedensbrücke ein neuer Besitzer gefunden werden.

1888 wurde die Villa für den Fabrikanten Louis Apitzsch nach dem Entwurf von Baumeister Gustav Richter errichtet, teilt die Stadtverwaltung auf Anfrage mit. 1905 wurde nachträglich ein Wintergarten eingebaut. Vielen Plauenern jedoch ist die Weststraße 61 vor allem als städtische Kindereinrichtung bekannt. Seit 1960 wurden dort die jüngsten Plauener in der Kita "Spatzennest" betreut - bis 1994. Dann schloss die Einrichtung. Grund dafür war die Rückübertragung des Gebäudes an den ehemaligen Eigentümer. Doch dabei blieb es nicht. Wie aus dem Amtsgericht zu erfahren war, habe es seit 1994 bereits drei Eigentümerwechsel gegeben. Hintergründe dessen und wem das Gebäude in der Zwischenzeit gehörte, wurden aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht mitgeteilt. Nur so viel: Verkauft wurde die zentrumsnah gelegene Stadtvilla bereits 2009, 2012 und 2013. Vier Jahre später steht nun wieder ein Eigentümerwechsel an. Nach Angaben aus der Stadtverwaltung sind sowohl die Villa als auch der Garten als Kulturdenkmale erfasst.

Die Immobilie ist vollständig unterkellert, verfügt über Erd- und Mansardengeschoss sowie das noch ausbaufähige Dachgeschoss. Diverse Sanierungsarbeiten fanden fortlaufend teilweise im Innenbereich sowie im Bereich der Fenster statt.

In das Reich der unbewiesenen Geschichten hingegen schickt Gerd Müller, der Vorsitzende des Plauener Bergknappenvereins und Experte der spitzenstädtischen Unterwelt, die Behauptung, dass vom Keller des Hauses ein unterirdischer Gang in die Stadt führt. "Ich habe das immer wieder gehört. Aber bisher haben wir noch nichts gefunden, obwohl ich etliche Male im Keller gesucht habe", so Müller. Nachgewiesen hingegen sei ein unterirdischer Fluchtgang von der Stadt zur Friedensbrücke, der heute jedoch verschüttet ist. Nicht mehr nutzbar ist auch der auf dem Grundstück befindliche verfüllte ehemalige Luftschutzkeller.

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