Bergfried soll als Aussichtsturm um sechs Meter wachsen

Für das Schloss Voigtsberg in Oelsnitz gibt es ein neues spannendes Projekt. Es betrifft den letzten noch nicht sanierten Teil der Burganlage.

Oelsnitz.

Gespannte Erwartung herrscht derzeit bei den Mitgliedern des Fördervereins Schloss Voigtsberg in Oelsnitz. Die engagierten Sperken warten täglich auf Zeichen aus Berlin. Hebt man dort den Daumen, dann können sie ein seit vielen Jahren in vielen Oelsnitzer Köpfen herumspukendes Projekt tatsächlich in Angriff nehmen: Den Ausbau des Bergfrieds auf Schloss Voigtsberg zu einem Aussichtsturm.

Eine finanzielle Förderung von 657.000 Euro haben die Oelsnitzer Enthusiasten dafür im Mai beantragt. Diese könnten sie nun laut Thomas Lehninger, dem 1. Vorstand des seit 2008 existierenden Vereins, aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes zugesprochen bekommen. Bundestags-Abgeordnete Yvonne Magwas (CDU) hatte sie auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.

"Wir sind guter Hoffnung, dass es klappt. Wenn nicht, unternehmen wir im kommenden Jahr einen neuen Anlauf", so Lehninger, der die Idee am Sonntag im Rahmen des Tages des offenen Denkmals im Fürstensaal des Schlosses erstmals öffentlich vorgestellt hatte. Was dort lediglich acht Besucher interessierte, könnte dem Oelsnitzer Wahrzeichen ab 2021 weitaus mehr Neugierige einbringen und die größte Burganlage des Vogtlandes um eine Attraktion bereichern. Gebaut werden soll in zwei Etappen in den kommenden beiden Jahren.

Dabei wird der Bergfried von Grund auf saniert, wobei auch die tiefen Risse in den stolzen 3,30 Meter dicken Mauern zu kitten sind. Der einstmals zirka 30 und aktuell rund 20 Meter hohe Turm wird um sechs Meter erhöht, wobei die Haube nach Forderungen der Denkmalschützer erhalten bleibt. Sie wird ebenfalls aufgearbeitet.

Darunter werden zwei neue, jeweils drei Meter hohe Etagen eingebaut. Die obere wird verglast und soll einen kompletten Rundumblick bieten, die untere ist als eine Art Ausstellungsraum gedacht, in dem eine kleine Schau zur Historie der Burganlage ihren Platz finden könnte. Das Ganze ist allerdings nur über eine Wendeltreppe erreichbar, die Idee eines Fahrstuhls musste aus bautechnischen Überlegungen heraus verworfen werden.

Zuvor sind allerdings noch statische und archäologische Untersuchungen fällig. Nicht zuletzt müssen auch die beiden ganz oben im Turm befindlichen gusseisernen Wassertanks und deren Zuleitungen entfernt werden, die noch aus den Zeiten stammen, als die Burg ein Gefängnis war.

Doch so ganz neu ist diese Art der Nutzung des ältesten Teils der 1249 erstmals urkundlich erwähnten Festung nicht. Zwischen 1829 und 1869 konnten die Oelsnitzer von dort oben schon einmal den Blick übers Land schweifen lassen. "Soweit wir wissen, konnte man da bis nach Plauen schauen", sagt Thomas Lehninger. Dank ihm und seiner engagierten Mitstreiter könnte das rund 150 Jahre später wieder möglich sein.

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