Bestatter: Corona-Tote fast alle hochbetagt

Mit der Pandemie ändert sich auch die Bestattungsbranche. Ein Unternehmer aus Plauen berichtet über steigende Sterbezahlen und traumatisierte Angehörige. Zu den Maßnahmen der Regierung hat er ein gespaltenes Verhältnis.

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1010 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    6
    Interessierte
    22.12.2020

    "Einen Sterbenden zu begleiten, sei nicht mehr möglich. "Für beide Seiten ist das eine große Belastung"

    Das ist traurig , aber läßt sich eben nun nicht ändern bei einem Virus ...
    Und wenn mit 80 das Immunsystem nicht mehr derart ausgeprägt ist , dann läßt sich das auch nicht ändern ...

    Vielleicht sollten sich die Politiker mal ´mit ihm` unterhalten ?
    "Aber das Herunterfahren des öffentlichen Lebens zweifle ich an"
    "Es ist unverhältnismäßig, ein ganzes Volk unter Arrest zu stellen."

  • 17
    17
    Exilplauener
    21.12.2020

    Werte Leser, die Schilderungen des Herrn Todt sind sehr wichtig und ich möchte der Freie Presse dafür danken, denn das stößt den ehrlichen gesellschaftlichen Diskurs an den es Bedarf.
    Im Gesamtkontext der Pandemie (per Def. eine weltweite starke Ausbreitung einer Infektionskrankheit mit hohen Erkrankungszahlen und i.d.R. auch mit schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen) ist ganz wichtig zu erkennen, dass sich die Haftung der ganzen Bevölkerung gegenüber den schweren Krankheitsverläufen und Todesfällen bei einzelnen Risikogruppen unverhältnismäßig bleibt. Hinzu kommen die Langzeitschäden des Lockdowns auf die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Kultur. Hierzu sehe ich mehr Versäumnisse der Regierungen als wirksame Maßnahmen. Selbst die Milliarden von € werden nicht gezielt und wirksam ausgegeben. Die gesuchten Alternativen wurden bereits mehrfach durch die Autoren Prof. Schrappe, Hendrik Streeck und Kekulé unabhängig voneinander aufgezeigt und teilw. sogar im Bundestag angehört.

  • 19
    14
    Wika1
    21.12.2020

    Ich habe den Artikel mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Situation der allein sterbenden Menschen und ihrer verzweifelten Angehörigen ist zweifelsohne dramatisch. Aber dass Herr Todt dann sagt, er habe "lediglich" Verstorbene über 80 gehabt, hört sich für mich so an, als wäre das ja nicht so schlimm und rechtfertige zudem nicht die getroffenen Maßnahmen. Ist diese Aussage nicht Wasser auf die Mühlen der Corona Skeptiker?

  • 26
    10
    521672
    21.12.2020

    Meine Frau arbeitet in einem Pflegeheim, in dem es nun auch etliche Positivfälle gibt. Die ersten davon waren die Bewohner, welche von ihren Angehörigen zum Adventskaffee nach Hause geholt worden waren. Hinzu kommen Fälle, in denen die Besuchseinschränkungen ignoriert werden und beispielsweise Kaffeerunden am geöffneten Fenster mit positiv getesteten Bewohnern stattfinden. Darauf angesprochen, wird das sowieso schon über dem Limit arbeitende Pflegepersonal, beschimpft, beleidigt und als Spielverderber dargestellt. Allein die jetzt in den Heimen stattfindenden Schnelltests verlangen eigentlich nach mehr Personal - aber woher.
    Isolation ist derzeit das einzige Mittel, um eine noch höhere Sterberate zu verhindern. Auch bei früheren Pandemien mussten Menschen einsam sterben, keinem gefällt das. Aber kann es richtig sein, die Virusverbreitung weiter zu befeuern, indem man medizinische Grundregeln - auch im Sterbefall - beiseite schiebt?

  • 21
    11
    AliceAndreas
    21.12.2020

    Eine offizielle Zahl aus Schleswig-Holstein von letzter Woche zeigt es deutlich : 89% der Verstorbenen waren Bewohner von Heimen!

    Lösung hätte also sein müssen das Virus dort heraus zu halten (das war aber schon seit dem Frühjahr klar ... zb 100 Infizierte in einem Zwönitzer Heim).

    Das hätte man mit täglichen Tests der Mitarbeiter durchaus erreichen können ... wenn man gewollt hätte.

  • 45
    25
    Kofmich
    21.12.2020

    Ganz typisch, schimpfen über die Maßnahmen, gibt es Besserungsvorschläge? Die Vernunft der Leute ist der Grund der Sippenhaft und genauso war es in Pflegeeinrichtungen. Die wenigsten der Angehörigen haben sich an die Vorschriften gehalten, Möglichkeiten des Besuches so ausgenutzt, wo sie ihre Angehörigen wissentlich in Gefahr gebracht haben. Es ist traurig wenn eine Einrichtungsleitung zu Hausverbot greifen muss, weil es der letzte nicht begriffen hat gerade auch diese Personen besonders zu schützen. Dann müssen diese auch damit leben, dass ihre Angehörigen alleine sterben müssen, was Zweifels ohne furchtbar ist. Das was wir jetzt erreicht haben ist das Produkt aus Ignoranz, Dummheit und Unwissenheit der Bürger. Wer heute noch Partys in Größenordnung feiert und damit bewusst die Ansteckung provoziert dem ist einfach nicht zu helfen. Ich kenne mehrere Personen, die sich auf privaten Feierlichkeiten infiziert haben und diese waren nicht hochbetagt.

  • 34
    4
    KTreppil
    21.12.2020

    Sehr interessanter Bericht. Er muss es wissen, auch wenn es im Vogtland (noch) nicht so schlimm ist wie in anderen Landkreisen. Nur wer erlebt hat, wie man sich fühlt, wenn man sich nicht von einem Verstorbenen verabschieden konnte, kann nachvollziehen was der Bestatter meint. Aber das ist eine andere Diskussion.

  • 66
    49
    MuellerF
    21.12.2020

    "Ganz sicher sei es richtig, auf Infektionsschutz zu drängen, um Unvernunft und Leichtsinn entgegen zu wirken. "Aber das Herunterfahren des öffentlichen Lebens zweifle ich an", sagt er und fügt hinzu: "Es ist unverhältnismäßig, ein ganzes Volk unter Arrest zu stellen." "

    Tja, auf Freiwilligkeit & Eigenverantwortung wurde sehr lange gesetzt - das Ergebnis dessen haben wir jetzt...

  • 52
    4
    TWe
    21.12.2020

    @Alcapone
    Ich denke, dass die letzten Worte im Artikel gerade die Ratlosigkeit und vielleicht auch ein Stück weit die Verzweiflung ausdrücken.

    Insbesondere wenn ich in der aktuellen Situation an die Verantwortlichen in den Pflegeheimen denke, dann haben diese oft überhaupt keine Chance, etwas "richtig" zu entscheiden. Bei der aktuellen Infektionslage besteht in einem Pflegeheim jeden Tag die Gefahr, dass das Virus eingeschleppt wird. Leider lässt sich dies auch nicht mit Schnelltests komplett verhindern.

    Was tut man dann?

    Die Bewohner in ihren Zimmern einzuschließen ist genauso unmenschlich wie eine Ausbreitung des Virus im Pflegeheim zuzulassen

    Bei vielen im Rahmen einer solchen Situation zu treffenden Entscheidungen gibt's nur die Wahl zwischen "falsch" und "falsch". Auch eine umfassende Abwägung funktioniert dabei nicht, da hierfür im Regelfall schlicht und einfach die Zeit fehlt.

  • 54
    41
    Alcapone
    21.12.2020

    Leider verrät uns der Artikel nicht, was nach Herrn Todt die Alternative zum „Arrest“ (schon diese Wortwahl ist seltsam) des Volkes sein könnte. A) Die Hochbetagten ohne medizinische Behandlung sterben lassen? B) Eine Totalüberwachung des Einzelnen wie in China? C) Triagesituation in Krankenhäusern? D) Den Tod von Menschen in kauf nehmen, die deutlich unter 80 sind aber vorerkrankt? Dazu zählen auch junge Menschen mit Immunkrankheiten.
    Fragen über Fragen, die offen bleiben. Ich verstehe aber die Unzufriedenheit von Herrn Todt, wenn er Abschiednahme von Sterbenden erwähnt. Aber wie? In Schutzanzügen mit Maske? Online? Auf die Gefahr hin selbst zu erkranken? Oder gar eine alte religiöse Kategorie: Stellvertretung?