Beste Stimmung an "Straße der Besten"

1285 Piloten haben an der 23. SR-Traditionsrundfahrt am Sonntag in Kürbitz teilgenommen. Zum Erlebnis machen das Ganze aber erst die Schaulustigen an der Strecke.

Kürbitz.

Was wäre die Kürbitzer Knattertour ohne die Stimmung an der Strecke! Zu den beliebtesten Treffpunkten für Besucher gehört der Schwander Berg in Weischlitz. Nur wer zeitig anreist, hat eine Chance auf gute Sicht, wenn die SR-2-Piloten dort vorbeikommen und sich im wahrsten Sinne des Wortes oft genug abstrampeln.

Das weiß auch "de Mützenbande". Seit Jahren stellen die SR-Fans aus Mühltroff und Ranspach ihre Campingmöbel an der Stelle auf. Schon am Vormittag schwenkt einer aus der Gruppe frohgelaunt die DDR-Fahne. Dazu erklingt eine Klamotte aus dem FDJ-Liederbuch. Brigitte Mende und ihre Mitstreiter tischen auf einem Campingtisch neben der Straße groß auf: "Wir haben alle noch Ost-Blut in uns", sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln.

Der SR-Fanclub Weischlitz leistet auf dem Abschnitt des Schwander Berges ganze Arbeit: Die Fahrer werden am Beginn des Anstieges mit dem Slogan "Die Straße der Besten" auf Linie gebracht. Schon von weitem ist ein angerostetes SR-Moped auf einem ausgefahrenen Gabelstapler zu sehen. An Gartenzäunen hängen Wimpel. Ein Schild warnt vor der Radarfalle der Volkspolizei. Auch hier wehen schwarz-rot-goldene Fahnen mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz: "Das ist Kult bei uns", sagt Anwohnerin Brigitte Völkel. Ihr Mann und einige aktive SR-Fahrer gehören zum Fanclub, der am Rundfahrt-Sonntag seit einigen Jahren an Ritualen festhält: 9Uhr beginnt es mit dem musikalischen Weckruf. Der Rundfunk- und Fernsehmechanikermeister Michael Kellner beschallt sein Umfeld mit schmissigen Rock'n-Roll-Nummern. Nach dem Muntermacher fahren die Männer zum Start in die Boxengasse nach Kürbitz.

An einer Böschung in Schwand sitzt die Weischlitzerin Dagmar Ludwig mit Freunden aus Klingenthal. Voriges Jahr erlebten sie die SR-Piloten zum ersten Mal gemeinsam: "Wir waren von dem riesigen Starterfeld überwältigt", erinnert sich der Klingenthaler Frank Anger. "Das hatte wirklich Flair." In diesem Jahr mussten sie nicht erst überredet werden, an die Strecke zu kommen.

Als die Knatter-Tour so richtig im Gang ist, sorgen die Freunde historischer Technik Straßberg für Stimmung am Straßenrand. Alexander Stengel liebt die Atmosphäre und die Abgaswolken: "Das ist ein Genuss für uns." Als der "Lumpensammler" schließlich den Schlusspunkt markiert und die liegengebliebenen Mopeds samt Fahrer aufnimmt, fahren die Straßberger mit ihrem Oldtimer noch eine kleine Tour über die Landstraßen. Viele Moped-Fans treffen sich danach noch in geselliger Runde im Festgelände am Goldenen Löwe in Kürbitz. Dort klingt die Moped-Fete aus.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    aussaugerges
    21.08.2018

    Das war eben ein Fest der Lebensfreude,allein der Besuch des Fahrerlagers war eine Augenweide.



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