Biergarten soll Trinker-Treff auf dem Postplatz trockenlegen

Gastronom Egon Wilschke träumt von einem Biergarten in bester Lage, mitten auf dem Postplatz. Der OB ist angetan von der Idee. Der Plan könnte mit einem Schlag mehrere Probleme in der Innenstadt lösen.

Plauen.

Seit Jahren versucht die Rathausspitze, den Trinkgelagen auf dem Postplatz ein Ende zu setzen. Egal, wie oft die Polizei vorbeifährt: Unter der Kastanie wird gegluckert und gepullert. Jetzt kommt ein Gastronom - und könnte die City-Zecher ausgerechnet mit Bier vertreiben.

"Die schönen alten Bäume wären ideal, um ein paar Tische darunter zu stellen", sagt Egon Wilschke. Er träumt von einem Biergarten auf dem Postplatz. Bei seiner Idee habe er nicht an die Saufgelage unter der Kastanie gedacht, das sei ein Nebeneffekt. Es gehe ihm darum, mehr Leben in die Stadt zu holen.

Den Gedanken trage er schon seit rund zwei Jahren spazieren. Wilschke gehört das Fischgeschäft in den Kolonnaden. Er lebt in der Bier-Stadt Bayreuth, wo erst ein neuer Biergarten mit rund 800 Plätzen eröffnet habe. "Die Biergärten sind brechend voll bei uns", sagt Wilschke. Wenn er im Sommer manchmal abends nach Hause fahre, sei Plauen leer - und Bayreuth voller Menschen.

Im Rathaus hat er seine Pläne noch nicht auf den Tisch gelegt. Doch im nächsten Jahr will er das Projekt anschieben. Die "Freie Presse" hat Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) damit konfrontiert und vorgefühlt. Dessen erster Kommentar dazu: "Gefällt mir!"

Das Konzept ist in Wilschkes Kopf so weit gereift, dass er es nur noch zu Papier bringen muss. Er stellt sich einen Drei-Länder-Biergarten mit Biersorten und Gerichten aus dem Vogtland, Bayern und Tschechien vor. 100 Gäste sollen in seinem Traum-Biergarten Platz finden. Die Tische und Stühle könnten zwischen den Postplatz-Bäumen stehen, Wilschke würde einen flachen Zaun ringsherum aufstellen. Die lange Bank, auf der die Trinker sich treffen, müsste weg. Wilschke will Musikgruppen aus den drei Landstrichen auftreten lassen: "Damit die Leute sehen: Hier im Zentrum rührt sich etwas." Die Frage, von wo aus er seine Gäste bewirten will, hat Egon Wilschke schon beantwortet. Der Inhaber des benachbarten Asia-Restaurants wird ihm eine Küche zur Verfügung stellen. Die Gäste könnten die Toiletten dort benutzen.

Nebenan gibt es das Theater-Café mit seiner Freiluft-Gastronomie. Wilschke zufolge werden sich die beiden Lokale ergänzen. "Wenn das Wetter passt, sind die Leute überall", sagt der Wahl-Plauener. Das Theater-Café stehe für gehobenere Gastronomie, sein Postplatz-Biergarten wäre eine Adresse für Eisbein, Haxe, böhmische Knödel und Krustenbraten. Im Winterhalbjahr will er eine Holzhütte aufstellen, an der es Roster und Glühwein geben soll.

OB Ralf Oberdorfer wartet indes aufs Konzept des Kolonnaden-Gastwirts. Die Stadtverwaltung sei bestrebt, das Plauener Zentrum weiter zu beleben. "Ich wüsste nicht, was gegen den Biergarten sprechen soll", sagt der Rathauschef. In den nächsten Tagen bezieht die Kreisverwaltung das neue Landratsamt im Horten-Bau, direkt am Postplatz. Die rund 600 Beschäftigten seien weitere potenzielle Biergarten-Nutzer.

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1Kommentare
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    Tauchsieder
    02.12.2016

    .... und Toiletten gebe es ganz in der Nähe zuhauf.



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