Blasmusikfest für guten Zweck: Einnahmen gehen an Karo-Verein

Die Leubnitzer feiern gerne, wie sie mit dem Blasmusikfest am Samstag bewiesen. Und zeigten, dass man damit gleichzeitig Gutes tun kann. Denn der Erlös wurde gespendet.

Leubnitz.

Blasmusik in idyllischer Natur erleben, das bot am Samstag das Blasmusikfest in Leubnitz. Alle zwei Jahre stellen der Dorfclub und der Feuerwehrverein den musikalischen Nachmittag auf die Beine. Dem nicht genug, unterstützen die Leubnitzer mit dem Erlös eine gute Sache. "Es ist ein Novum, dass wir Spendengeld außerhalb von Leubnitz vergeben", umriss Eberhard Prager, der durchs Programm führte. Man sei so ein reiches Land, aber verschließe dennoch die Augen vor Sachen, die vor der Haustür passieren.

Ausgangspunkt war im Dorfclub das Thema Babyklappe. "Im Jahr 2008 sollte sie in Plauen eingerichtet werden", so Prager. Doch als das Klinikum dies nicht unterstützte, hätte auch der Stadtrat einen Rückzieher gemacht. "Dabei hätte es so viele Fördermittel dafür gegeben. Der Karo-Verein erklärte sich bereit, eine Babyklappe zu errichten. Seitdem wurde sie schon zehnmal benutzt." So traurig das ist, es sei den Leubnitzern ein Bedürfnis, den Verein zu unterstützen. Denn Karo bekomme keine öffentlichen Gelder, sei auf Spenden angewiesen.


Eileen Schönheit und Antje Schmidt vom Verein Karo nahmen die Spendenschecks in Höhe von insgesamt 500 Euro aus den Händen von Silke Neidel vom Dorfclub und Roy Michaelis vom Feuerwehrverein Leubnitz entgegen. Seit 25 Jahren engagiert sich Karo, hat eine Beratungsstelle in Plauen und bietet Menschen, egal ob Kind, Jugendlicher, Frau oder Mann, Hilfe an, wenn Gefahr jeglicher Art droht. Dabei geht es um körperliche, psychische und sexuelle Gewalt.

Wofür es verwendet wird, erklärte Evelyn Schönheit: "Das Spendengeld vom Dorfclub ist für unser Sommercamp bestimmt. Und das Geld von der Feuerwehr ist für die Brandschutztür für unser Schutzhaus." Beide Spenden helfen, die Kosten zu decken. Das Sommercamp wird seit elf Jahren für Kinder, die aus prekären Situationen kommen, veranstaltet. Vom Koffer über Kleidung bis zu Nahrungsmitteln - alles muss gekauft werden, weil die Kinder oftmals gar nichts haben. Evelyn Schönheit appellierte an die Besucher des Blasmusikfestes, die Augen offen zu halten, genauer hinzuschauen, wenn man das Gefühl hat, jemanden geschieht Gewalt. Nicht wegschauen, sondern sich dann an den Karo-Verein oder an die Behörden wenden. "Dann ist schon viel geholfen." Und Silke Neidel meinte zum Publikum: "Ihr Eintrittsgeld ist nicht für uns, sondern wir spenden es." So einfach könne man Gutes tun. Die Leubnitzer freuten sich auch, dass das Fest trotz Verlegung auf den Samstag (sonst war es immer Sonntag) so eine gute Resonanz fand. Fünf Blaskapellen zeigten ihr Können, boten Unterhaltung und Titel von James Last bis Ernst Mosch. Alle Sitzbänke waren besetzt, und vom Regen blieb Leubnitz am Nachmittag verschont. Unter dem Schatten der Bäume oder unter den Sonnenschirmen ließen sich die zumeist älteren Besucher Kaffee und Kuchen sowie kalte Getränke und Gegrilltes schmecken. Die Herzlichkeit, mit welcher die Leubnitzer ihre Gäste versorgten, war geradezu zu spüren. Vielleicht kommen auch deshalb die Leute so gerne zum Fest.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...