Bluttat: 19-Jähriger auf der Straße erstochen

Ein Somalier ist am Freitagabend in Plauen getötet worden. Ein Landsmann steht im Verdacht, ihn mit mehreren Messerstichen in den Oberkörper niedergestreckt zu haben.

Plauen.

Nach dem Tod eines 19-jährigen Somaliers auf der Siegener Straße ermittelt die Polizei wegen Totschlags gegen einen gleichaltrigen Landsmann. Ein Tatverdächtiger konnte wenige Stunden nach der Messerstecherei vom Freitagabend aufgrund einer Täterbeschreibung sowie durch Einsatz eines Fährtenhundes festgenommen werden. Das Tier führte auch zur Tatwaffe.

Am Samstagmittag wurde der mutmaßliche Täter einem Richter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Inzwischen sitzt der Mann - ebenfalls ein Somalier - laut Auskunft der Polizei in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen in Untersuchungshaft. Zum Aufenthaltsstatus der beiden Männer - ob sie anerkannte Flüchtlinge oder neu angekommene Asylbewerber sind - konnte die Polizei bis zum Sonntag noch keine Angaben machen. Das Lagezentrum der Polizeidirektion verwies für nähere Auskünfte an die Staatsanwaltschaft Zwickau, die die Ermittlungen übernommen hat. Ein Sprecher war dort nicht erreichbar.

Den ersten Angaben der Polizei zufolge war das Opfer am Freitagabend gegen 21.15 Uhr leblos in einer Blutlache aufgefunden worden. Der Fundort in Höhe des Hausgrundstücks Siegener Straße 50 soll auch Tatort sein. Blutspuren waren am Samstag aber auch noch vor den Hausgrundstücke 41 bis 45 deutlich sichtbar.

Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen, der mehreren Messerstichen in den Oberkörper erlag. Nachdem ein anderer Landsmann das Opfer auffand, war der Tatverdächtige flüchtig, konnte aber beschrieben werden, heißt es in der Mitteilung der Polizei weiter. Laut diesen Angaben waren Opfer und Tatverdächtiger, die sich kannten, in Streit geraten. Zu den Gründen gibt es keine bestätigten Angaben. Ein im Internet-Netzwerk gestreutes und kursierendes Gerücht, wonach es sich um eine Frau gedreht haben könnte, bezeichnete ein Polizeisprecher als Spekulation.

Das Tötungsverbrechen wurde im Internet-Netzwerk Facebook mit zahlreichen ausländerfeindlichen Äußerungen kommentiert. Wut und Empörung über Folgen der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kamen zum Ausdruck. Mitgefühl oder Beileidsbekundungen für Angehörige des Opfers blieben die Ausnahme.

Die rechtsextremistische Partei Der Dritte Weg mobilisierte am Sonntagnachmittag 60 Anhänger zu einer "Kundgebung gegen Ausländerkriminalität". Die Aktion vor dem Arbeitsamt verlief Polizeiangaben zufolge störungsfrei.

Der Oelsnitzer Landtagsabgeordnete Ulrich Lupart (AfD) schlug unterdessen vor, noch in dieser Woche einen Runden Tisch der Sicherheit zu bilden: "Die Entwicklung zeigt, dass die Lage ernst ist und dringend gehandelt werden muss", erklärte Lupart ohne konkret zu benennen, was er darunter versteht. Lupart verwies darauf, dass erst vor zehn Tagen in Plauen bei einer Messerstecherei ein Mann lebensbedrohlich verletzt worden war und unter Polizeischutz im Krankenhaus behandelt wurde. Lupart forderte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP), Ordnungsbürgermeister Levente Sárköyz (parteilos) und Polizeipräsident Conny Stiehl dazu auf, offen zur Sicherheitslage zu berichten. Zugleich stellte Lupart Fragen dazu in den Raum: "Welches Ausmaß hat die Drogenszene in Plauen angenommen, tobt vielleicht schon ein Bandenkrieg, welche Rolle spielen ethnische Konflikte und deren Import durch Migration?" Das sind Lupart zufolge die "Fragen, die sich viele Plauener längst stellen, aber keine Antwort erhalten".

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