Bonpflicht: Was das Finanzamt künftig darf

Ein Vortrag in der IHK zur neuen Kassenbon-Pflicht ist auf großes Interesse bei Gewerbetreibenden und Unternehmern gestoßen. Um bei Kontrollen kein Misstrauen auszulösen, sollten sie Kunden die richtige Frage stellen, so ein Rat der Experten.

Plauen.

Zirka 150 Unternehmer haben am Donnerstagabend an einem Fachvortrag zur Kassenbon-Pflicht, zu Kassensystemen und damit in Zusammenhang stehenden Regelungen und Anforderungen im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) an der Friedensstraße teilgenommen. Steuerberaterin Nadine Gerber von der im Gebäude ansässigen Firma Ecovis sowie Betriebswirt Stefan Weimann von Datev Berlin informierten zwei Stunden lang über zahlreiche Einzelheiten zum Thema.

Eine offene Ladenkasse sei weiterhin möglich, sagte Weimann. Dazu müssten jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Eine handschriftliche Einzelaufzeichnung sei unter anderem nötig. Eine Umfrage unter den Teilnehmern der Veranstaltung ergab, dass rund ein Viertel der anwesenden Firmen bisher eine offene Ladenkasse betreiben, etwa ein Drittel eine elektronische und fast die Hälfte eine PC- Kasse.

Zu der in jüngster Zeit vieldiskutierten Kassenbon-Pflicht sagte Nadine Gerber, dass Unternehmer zwar eine Befreiung von dieser Pflicht beantragen können, die Chancen auf eine solche Ausnahme jedoch gegen Null gehen. Bereits eine falsche Formulierung durch die Verkäufer an der Kasse könnte bei Kontrollen Misstrauen auslösen, sagte sie weiter. Die Frage an den Kunden dürfe nicht lauten: "Wollen Sie einen Beleg?" Die Frage müsse lauten: "Wollen Sie den Kassenbon mitnehmen?" Denn im ersten Fall könnte man annehmen, dass gar kein Bon ausgedruckt wird, was jedoch Pflicht ist. Gerber verwies auf die Gesetzgebung in Italien, wo sogar die Mitnahme des Belegs durch die Kunden Pflicht ist.

Wenn ein Prüfer des Finanzamtes kommt und eine Kassennachschau machen möchte, kann er das auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten tun, wurde informiert. Der Chef müsse nicht anwesend sein. Auch seine Mitarbeiter müssen Beamten Zugang gewähren, wenn sie einen entsprechenden Ausweis vorzeigen. Kontrolleure des Finanzamtes haben ein Betretungs-, aber kein Durchsuchungsrecht, machte die Steuerberaterin aufmerksam. Schränke durchsuchen können sie also nicht, die Kasse prüfen aber schon. Sie dürfen auch in Firmen-Fahrzeuge steigen, so etwa in Taxis, um an das Taxameter zu gelangen.

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