Borkenkäfer wüten im Westen des Vogtlandes

Staatsbetrieb Sachsenforst warnt Waldbesitzer - Fichtenbestand bedroht

Plauen.

Dem Borkenkäfer-Befall sind im Forstbezirk Plauen bislang zirka 70.000 Kubikmeter Holz zum Opfer gefallen. In Sachsen sei rund eine Million Kubikmeter Schadholz entstanden. Das vergangene "Borkenkäferjahr" sei das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1946, erklärt Ines Bimberg vom Staatsbetrieb Sachsenforst. Mit "Borkenkäferjahr" bezeichnen Fachleute den Zeitraum nach der Entwicklung der ersten ausfliegenden Generation der Schädlinge im neuen Jahr. Konkret: 1. Juni 2018 bis 31. Mai 2019.

Besonders dramatisch ist die Situation im westlichen Teil des Vogtlandkreises und im Landkreis Zwickau. Der Staatsbetrieb Sachsenforst meldet "Alarmstufe Rot im Wald" und appelliert an die privaten Waldbesitzer, ihre Bestände ständig zu kontrollieren. "Ein übersehener Baum kann bis zum Jahresende zu einem Befall von bis zu 400 neuen, gesunden Bäumen führen", erklärt Ines Bimberg. Die Behörde bietet Waldbesitzern Beratungen durch die Revierförster an und empfiehlt das Waldbesitzer-Portal im Internet unter www.sachsenforst.de.


Die Kontrollfänge in den Borkenkäferfallen, die der Überwachung dienen, sind seit Juni "außergewöhnlich hoch und erreichen noch nie da gewesene Werte", warnt der Staatsbetrieb. Sämtliches Fachpersonal ist seit Mai im Einsatz, um frische Befallsnester zu finden und zu markieren, berichtet Bimberg. Eindeutige Hinweise am Stamm sind frisches, braunes Bohrmehl (nur in Trockenperioden erkennbar), Bohrlöcher in der Rinde und Harztropfen. Meist sind die Kronen noch grün. Braune Kronen und abgestorbene Bäume deuten auf Borkenkäferbefall vom Vorjahr hin.

In der Juni-Sitzung des Kreistages hatte der Neumarker CDU-Kreisrat und Waldbesitzer Benno von Römer die prekäre Situation geschildert. Waldumbau finde bereits seit 20 Jahren statt und werde noch Jahrzehnte andauern, sagte Benno von Römer. 70 Prozent sind Fichten, doch wenn der Bestand verschwindet, was wird dann aus dem "Tourismus im grünen Vogtland"?

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