Boxenstop intensiviert nach Brand Jugendarbeit

Verein will Gebäude kaufen - Investitionen geplant - Bald Tariflohn

Plauen.

Nach dem Brand mit 120.000 Euro Schaden im vorigen Jahr und der Wiedereröffnung im März geht es im Jugendzentrum Boxenstop in Chrieschwitz wieder aufwärts. "Wir wollen hier investieren", sagt Clubchef Jens Müller. Der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) als Betreiber wolle das Gebäude kaufen. "Wir wollen auch im Stadtteil etwas tun", so Müller. Das sei nötig, denn der Bedarf nach dieser sozialen Arbeit sei dort groß. "Es gibt hier negative Karrieren, die sehr betroffen machen", schildert der Clubchef.

Die Zusammenarbeit mit der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung, von der die einstige Baubaracke des in den 1970er Jahren hochgezogenen Plattenbaugebietes gepachtet worden ist, sei gut. Das gelte auch für die Stadtverwaltung. In Sachen Finanzierung laufe es aber nicht so reibungslos. "Wir müssen Anträge für die Arge ausfüllen, dass die bei der Arbeitsagentur registrierten Jugendlichen aus dem Stadtteil mal mit uns eine Woche wegfahren können", meint er.

Was das Personal angeht, so sieht Müller ab dem 1. September einen Fortschritt. Denn dann könne nach Tarif bezahlt werden. Es habe bisher immer eine stetiges Kommen und Gehen von Mitarbeitern gegeben, weil die in anderen Teilen Deutschlands höhere Löhne erhielten. Stadt und Kreis zahlen jeweils die Hälfte des Zuschusses an den Boxenstop. Jetzt wird dabei auch der Tariflohn anerkannt. "Die Stadt trägt ihre 50 Prozent freiwillig", so SPD-Grüne-Fraktionschef Benjamin Zabel bei einem Besuch der Einrichtung. Sie müsse das nicht tun. Weil es anderenfalls aber zu massiven Einschnitten bei der Jugendarbeit kommen würde, fließen die Mittel trotzdem. Im Boxenstop gibt es 1,8 geförderte Stellen. Nach dem Brand ist eine neue Brandmeldeanlage eingebaut worden. Über Spenden hat der Verein neue Gerätschaften besorgt. Was nicht wiederzubeschaffen ist, sind die Jugendlichen, die vor dem Feuer im Club eine Heimstatt hatten. Jens Müller: "Die sind jetzt am Tunnel, die haben wir verloren."

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