Brand macht Haus unbewohnbar

Bewohner des Hauses Haydnstraße 16 mussten am Dienstagfrüh, 3.30 Uhr, ihre Wohnungen fluchtartig verlassen. Drei gelangten nur mit Hilfe der Feuerwehr noch ins Freie.

Plauen.

Im Stadtteil Preißelpöhl treibt ein Feuerteufel sein Unwesen. Davon ist Sebastian Rödel überzeugt. Der 33-Jährige gehört zu den sechs Bewohnern des Hauses an der Haydnstraße, das am Dienstagfrüh durch eine Brandstiftung unbewohnbar geworden ist. Die Polizei beziffert den Sachschaden auf mehr als 80.000 Euro.

Der unbekannte Täter hat Gegenstände im Hausflur angezündet, darunter einen Teppich und Couchteile, die dort lagerten. Die Haustür hatte sich durch die Kälte verzogen und war wohl leicht einzudrücken, vermutet Rödel. Er warnt seine Nachbarn: "Verbarrikadiert die Haustüren von innen." Denn es ist nicht der erste Brand in der Gegend: Gleich ums Eck, an der Beethovenstraße, wurden gelbe Säcke in Brand gesteckt. Auch an der Schumann- und der Breitscheidstraße brannte es kürzlich. Von fünf, sechs Fällen in den letzten Wochen spricht der obdachlos gewordene Hartz-IV-Empfänger. "Hier oben wohnt eine Frau mit Kind. Dort wohnen alte Leute. Was wollen die von uns? Das ist krank, das ist böse. Das ist versuchter Mord", so der aufgebrachte 33-Jährige, der jetzt auf der Straße steht und ein Bier auf sein Überleben trinkt. Im Dunkeln griff er in der Nacht nach seiner Katze und flüchtete mit ihr durch das verrauchte Treppenhaus: "Noch eine Treppe hätte ich nicht geschafft. Es wäre das Aus gewesen", sagt er. "Jetzt weiß ich, dass einen der Rauch fertig macht, nicht das Feuer." Drei Bewohner des Dachgeschosses, darunter ein Kleinkind, wurden durch die Feuerwehr aus dem Haus geholt. Eine Sprecherin der Polizei sagt, dass man im Zuge der Ermittlungen zeitliche und räumliche Zusammenhänge prüfen werde. Derzeit könne sie dazu noch nichts sagen. Das Haus ist nach Auskunft der Stadtverwaltung durch die beschädigte Elektroanlage unbewohnbar. Alle sechs Bewohner seien zunächst bei Verwandten oder Freunden untergekommen, heißt es aus dem Rathaus.


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