Budenrücken auf dem Weihnachtsmarkt

Der Plauener Weihnachtsmarkt 2018 ist Geschichte. Die Neuerung, in der Marktstraße Hütten zu platzieren, hat für Probleme gesorgt. Ein Verkäufer fürchtete um den Umsatz, einer baute seine Bude vorzeitig wieder ab.

Plauen.

Bescheiden lief das Geschäft. Das sagt ein Mann zwischen Trüffelkäse, Gamsschinken, Bibersalami und weiteren Leckereien in einer Bude auf dem Plauener Weihnachtsmarkt. Der Verkaufsstand von Artur's Gourmet war zum ersten Mal dabei und stand etwas versteckt an der Ecke Marktstraße/Altmarkt ans Rathaus geschmiegt. Zuerst habe die Bude noch weiter oben gestanden, erzählt der Verkäufer: "Nach über 14 Tagen durften wir mit Erlaubnis der Stadt näher an den Marktplatz rücken." Doch dem Umsatz hat die Platzierung nicht gutgetan, findet er: "Das holen wir nicht mehr auf", fürchtete der Mann schon nach dem Umzug.

"Die Lage erwies sich als wenig angenommen von den Marktbesuchern", erklärte auf Anfrage Evelyn Schramm, Fachgebietsleiterin der Straßenverkehrsbehörde im Rathaus. Drei Buden und ein Karussell sollten nach ihren Angaben erstmals in der Marktstraße stehen. Neben den Unstimmigkeiten um die Entfernung zum Hauptgeschehen gab es zudem einen Rückzieher: "Ein weiterer Imbissstand wollte nicht mit umziehen und schloss daher seine Hütte eher", so Schramm.

Der Vorschlag, den Weihnachtsmarkt um Teile in der Marktstraße zu erweitern, wenn mehr Bewerbungen als Standplätze auf dem bisherigen Markt vorhanden sind, sei auch aus dem Stadtrat gekommen, sagt die Fachgebietsleiterin. Die Händler hätten zuvor alle zugestimmt, den Standplatz auszutesten. Die Buden sollten dabei eine Verbindung zwischen Bastelstube und Markt bilden.

Artur Platonov von Artur's Gourmet sagt: "Wir wussten nicht, wo wir platziert werden." Mitten auf dem Altmarkt zu stehen, hätte er zwar schöner gefunden. Der Standort in der Marktstraße sei "jetzt kein Traum, aber okay". Er hätte nichts dagegen, zum nächsten Weihnachtsmarkt wieder in die Spitzenstadt zu kommen.

Dass sich Besucher Veränderungen und Neues auf dem Plauener Weihnachtsmarkt wünschen, war am Samstag auch beim traditionellen Test durch das MDR-Sachsenradio deutlich geworden. Der Plauener Markt erreichte nur die Gesamtnote 2,3. Überraschender Weise habe es beim Angebot die meisten Kritiken gegeben. Vielen der 100 Befragten fehle die Abwechslung beim Angebot der Stände, heißt es in der Auswertung des MDR-Weihnachtsmarkttests. Besonders nachgefragt waren Stände mit Holzkunst. Gewünscht wurden auch Stände, an denen Handwerk gezeigt wird. Manch einem gab es zu viele Stände mit Speisen und Getränken.

Auch was die Unterhaltung auf der Bühne anging, gab es Kritiken. "Wir bekommen von den Märkten immer wieder zu hören, dass wir doch am Wochenende kommen sollten, denn da wäre den ganzen Tag über Programm auf der Bühne. Am Nachmittag war die Bühne am Sonnabend in Plauen jedoch leer, das kritisierten besonders die Familien", berichtete MDR-Tester und Morgenmoderator Silvio Zschage. So rangierte Plauen letztlich im Test nur im Mittelfeld und musste beispielsweise dem Auerbacher Weihnachtsmarkt, der neben Oelsnitz auch getestet wurde, den Vortritt lassen.

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