Bündnis kämpft für neue Schulart

Der Initiative geht es darum, dass Kinder so lange wie möglich zusammen lernen. Auf Landesebene gibt es das "Bündnis Gemeinschaftsschule" bereits. Jetzt existiert auch eine Gruppe im Vogtland. Sie will die Unterschriftensammlung für einen Volksantrag koordinieren.

Plauen.

Das Konzept, das sie anstreben, sieht so aus: Kinder sollen nach der 4. Klasse nicht getrennt werden, sondern weiter zusammen zur Schule gehen. Und das unabhängig von den Zensuren. "Bei manchen Kindern platzt der Knoten erst später", sagt Gerhard Liebscher von den Grünen. Liebscher, ehemals Geschäftsführer von Philips Plauen und später von der Vosla, ist Mitglied eines neuen Bündnisses im Vogtland.

Am Tisch sitzen mehrere Parteienvertreter und Verbände aus dem Vogtland. Unterstützt wird das Bündnis neben den Grünen unter anderem von SPD, Linken, Volkssolidarität, Gewerkschaften und Kreiselternrat. Sie wollen Eltern den Druck nehmen, bereits in der 4. Klasse über die Schullaufbahn ihrer Kinder zu entscheiden. Ziel ist es, in Sachsen die Gemeinschaftsschule als gleichberechtigte weitere Schulart einzuführen. Die Schulen sollen selbst bestimmen können, ob sie das Konzept für sich übernehmen.

Gerhard Liebscher sieht Gemeinschaftsschulen als volkswirtschaftlichen Profit: "Ich generiere dadurch mehr Potenzial aus dem Schülerpool." Einen Vorteil sehen die Bündnis-Mitglieder auch darin, dass die Kinder in ihren Orten fester verankert werden. Zudem wachse der Zusammenhalt in der Klasse, die Lernumgebung bleibe stabil.

Um das zu erreichen, werden derzeit sachsenweit Unterschriften für einen entsprechenden Volksantrag gesammelt. 40.000 Stück brauche es, um eine mögliche Änderung im Schulgesetz auf den Weg zu bringen. Das regionale Bündnis will die Unterschriftensammlung im Vogtland jetzt besser koordinieren.

Auch in den Kindertagesstätten der Volkssolidarität sollen entsprechende Listen ausliegen, in denen sich Unterstützer eintragen können. Anlaufpunkte sind zudem die Parteibüros von SPD, Linken und Grünen. Mehr als 3000 Stimmen erhofft sich das Bündnis in den nächsten Wochen aus dem Vogtland.

Jede Unterschrift muss vom Einwohnermeldeamt geprüft werden, so die SPD-Landtagsabgeordnete Juliane Pfeil-Zabel. Geplant sind zwei Podiumsdiskussionen in Reichenbach und Plauen im November sowie mehrere Infostände.

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