Bürgermeisterin enttäuscht, Herausforderer obenauf

Pöhls Ortschefin liegt vorn, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Wer tritt an und entscheidet Wahl-Runde 2 für sich?

Pöhl.

Tag 1 nach der Bürgermeisterwahl in Pöhl gehörte den Analysen und Gesprächen: Wer aus dem Kandidaten-Trio tritt am 22. September zum entscheidenden zweiten Wahlgang an?

Bürgermeisterin Daniela Hommel-Kreißl (FDP) erhielt am Sonntag 700 Stimmen, das entspricht 46,6 Prozent. 3,4 Prozent fehlen zur absoluten Mehrheit, die Entscheidung ist damit vertagt. Herausforderer Lothar Kramer (Freie Wähler) bekam 503 Stimmen der Bürger, das sind 33,5 Prozent. Für Einzelbewerber Andreas Sachse stimmten 300 Pöhler, das entspricht 20 Prozent. Von 2116 Wahlberechtigten nahmen 1562 an der Wahl teil, das bedeutet 73,8 Prozent Wahlbeteiligung. 59 Stimmen waren ungültig.

"Ein ganz bitterer Abend für mich, dem eine schlaflose Nacht folgte", wie Daniela Hommel-Kreißl in einer Erklärung am Montagmorgen, kurz nach 7 Uhr, verbreitete. Die Bürgermeisterin hatte mit der absoluten Mehrheit gerechnet und will nun zunächst das Ergebnis analysieren, sachlich bewerten und mit ihrer Familie beraten. Sie habe sieben Jahre lang ehrenamtlich ihr Amt mit dem Einsatz einer hauptamtlichen Bürgermeisterin ausgeübt, ihr Bestes gegeben, viel erreicht und sich letztlich nichts vorzuwerfen. "Leider hat es nicht gereicht, um die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger davon zu überzeugen, dass ich die beste Wahl für die Gemeinde Pöhl bin." Den Entschluss, ob sie im entscheidenden zweiten Wahlgang erneut kandidieren wird, werde sie rechtzeitig bekanntgeben.

Für Lothar Kramer steht diese Frage nicht zur Debatte. "Selbstverständlich werde ich antreten", sagt der Herausforderer. Einerseits sei er stolz auf die 33,5 Prozent, zugleich lasse das Ergebnis Rückschlüsse darauf zu, was in Pöhl nicht funktioniert. So rumore es in der Gemeindeverwaltung. Das Wahlergebnis werde er analysieren, Stärken und Schwächen hinterfragen und mit den Bürgern enger ins Gespräch kommen. In den zwei Wochen vor der Wahl war Kramer im lange geplanten Kroatien-Urlaub und konnte nur telefonisch Kontakt halten.

Andreas Sachse zeigt sich sehr zufrieden mit 20 Prozent Wählerrückhalt. "Für mich als politischer Neuling ist das viel", sagt der Einzelbewerber. Er werde sich jetzt das Ergebnis anschauen, sich mit Vertrauten beraten und dann entscheiden, ob er am 22. September antritt oder seine Bürgermeister-Kandidatur zurückzieht.

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