Bus aus Plauen für Löw-Team: Minister sitzt am Lenkrad Probe

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat am Donnerstag das Busumbau-Center von MAN besucht. Er konnte Probe sitzen im neuen DFB-Bus. Am Ende hielt der Werksleiter eine flammende Rede für Plauen.

Plauen.

Der Bus, in dem die Fußball-Nationalelf ab März unterwegs sein wird, ist weiß und hat schwarze Ledersitze. Noch ist der Bus ein Betriebsgeheimnis. Erst im März, vor dem ersten Länderspiel, soll er vorgestellt werden, sagt MAN-Sprecher Sebastian Lindner. Gerade steht er im Plauener Busumbau-Center des Konzerns. Das Werk hat den Auftrag, ihn so auszubauen, wie es der Deutsche Fußballbund bestellt hat.

Viereinhalb Jahre nach dem Weggang von Neoplan hat sich der MAN-Standort am Leuchtsmühlenweg in einer neuen Sparte etabliert. Die Plauener veredeln Busse mit Sonderausstattungen. Sie bekommen die Busse geliefert und machen daraus Sondermodelle. Der Werksname BMC steht für Bus Modification Center. "Wir stehen wieder mit einem Bein auf dem Boden", sagte Standortleiter André Körner am Donnerstag, als er Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig durch das Werk führte. Dulig war bereits vor viereinhalb Jahren hier gewesen. Damals war der Busbau von Plauen in die Türkei verlagert worden und der Betrieb in der Krise.

Körner zufolge hat sich seine Mannschaft inzwischen einen Namen gemacht: "Wir haben unseren Platz im Konzern gefunden." BMC Plauen sei Mannschaftsbusbauer Nummer eins in Europa. Zu den Kunden gehören der FC Bayern München, Borussia Dortmund, Dynamo Dresden, FC Porto und die Kölner Haie. Auch einen Disko-Bus haben die Plauener ausgestattet.

148 Busse und 276 Vans bauten sie vergangenes Jahr um. Zielgröße seien 1000 Fahrzeuge im Jahr. Gerade stehen Minibusse für eine bayerische Feuerwehr in der Werkshalle, die in Plauen den letzten Schliff bekommen. "Wir würden gerne auch für die sächsischen Behörden Fahrzeuge ausbauen", so der Standortleiter. Er beteilige sich an den entsprechenden Ausschreibungen verschiedener Kommunen.

Umsatz macht das Werk unter anderem noch mit der Lackiererei und als Komponentenzulieferer für MAN. Damit sichere man die 147 Arbeitsplätze, die am Standort geblieben sind. Nach dem Ende des Busbaus waren viele Mitarbeiter ins Zwickauer Volkswagenwerk gewechselt. Fast 270 Arbeitsplätze hatte Plauen damals verloren.

André Körner, der aus Mecklenburg stammt, forderte Dulig auf, den ländlichen Raum zu stärken: "Achtet darauf, dass wir irgendwann nicht nur noch Mega-Citys haben. Denkt an die anderen." Eine Berufsakademie oder Fachhochschule nütze nichts, wenn junge Leute nicht in der Region wohnen wollen. Dulig, in Plauen geboren, sieht einen emotionalen Faktor: "Die eigene Körpersprache, die eine Region ausstrahlt - damit hat das zu tun, die ist wichtig."

Für April kündigt MAN-Bus-Sprecher Sebastian Lindner einen Festakt an, mit dem der Konzern an die Anfänge des Busbaus erinnern will. 1919 hatte die Vomag die ersten Busse in Plauen produziert.

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