Bushäuschen mit Gründach sind nichts für Plauen

Quer durch den Stadtrat stößt die Idee aus Utrecht auf Zustimmung

Plauen.

In Plauen sollen mehr Dächer begrünt werden. Ein Vorstoß der CDU-Stadtratsfraktion sah vor, dass die Verwaltung konkrete Maßnahmen vorschlägt, um Dächer von Gebäuden und sogar die Dächer von Bushäuschen zu begrünen. Die Auswahl der Pflanzen soll Bienen und Hummeln anlocken, zugleich aber auch Feinstaub binden, Regenwasser speichern und dämmend wirken, heißt es im Antrag von CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt.

"Die Bushäuschen in Plauen sind nicht geeignet zur Begrünung", dämpfte Baubürgermeister Levente Sárközy in der Februar-Sitzung des Stadtrates die Erwartungen. Er begründete das mit dem schwierigen Umbau der für solche Zwecke nicht vorgesehenen Dachkonstruktionen an den Bushaltestellen und zudem mit vertraglicher Bindung an die Moplak Medienservice GmbH. Der Umbau könne der Stadt finanzielle Nachteile bringen. Die Alternative: Plauen verfüge über eine Vielzahl von Baulücken, die mit wenig Aufwand insektenfreundlich bepflanzt werden könnten.

Insgesamt aber lobte der Baubürgermeister die Intention. Solcherlei dem Klimaschutz dienende Ansätze sollen im Stadtentwicklungskonzept Plauen 2033 berücksichtigt werden. Zugleich verwies Sárközy auf Beispiele von Gründächern öffentlicher Gebäude. Er nannte als Beispiele die Käthe-Kollwitz-Schule und die Kita Sonnenblume.

Die Idee hat Charme und gefiel im Stadtrat. Stadträtin Alexandra Glied (CDU-Mandat) empfahl einen Blick auf Utrecht. Die holländische 350.000-Einwohner-Stadt habe mit 300 begrünten Bushäuschen "ein geniales Projekt" gestartet und finde Nachahmer. "Das stünde auch Plauen gut zu Gesicht." Klaus Jäger (Die Linke) stimmte zu und erinnerte die Verwaltung an einen ähnlichen Vorstoß seiner Fraktion, der noch unbeantwortet sei. Gerald Schumann (AfD) begrüßte die Idee, da sie dem Erhalt der Natur dient, sieht jedoch zu viel Aufwand zur statischen Ertüchtigung der Bushäuschen. Angesichts derart vieler grüner Argumente meinte die Grünen-Stadträtin Diana Zierold: "Wir freuen uns, dass der Umweltschutz im Stadtrat eine so große Rolle spielt."


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