Caravanplatz abgespeckt: Was wird aus WC-Problem?

CDU und SPD üben nach geplanter Kürzung am Baubürgermeister Kritik

Plauen.

Was haben der geplante Caravanstellplatz im Plauener Stadtzentrum, der Mangel an öffentlichen Toiletten und das Arbeitstempo im Rathaus miteinander zu tun? Nach Ansicht einiger Plauener Stadträte eine Menge. "Im Frühjahr haben wir beschlossen, am Gerber- und Neustadtplatz einen modernen Caravanstellplatz mit integrierten Sanitärräumen und öffentlicher Toilette zu schaffen. Ein halbes Jahr später ist noch nicht einmal die Planung vergeben", kritisiert der CDU-Fraktionschef Jörg Schmidt in einer Erklärung. CDU-Stadtrat Ingo Eckardt forderte in Ausschusssitzungen von Baubürgermeister Levente Sárközy Aufklärung.

Zunächst antwortete Sárközy ausweichend, im Stadtbau- und Umweltausschuss ließ er die Katze aus dem Sack. Die Verwaltung will das im Haushaltsentwurf mit 520.000 Euro geplante Vorhaben abspecken. Das Mehrzweckgebäude an der Auenstraße, unweit vom Stadtstrand "stellen wir zurück", kündigte er an. Die Betreibung sei auf Dauer kostspielig. Zudem ergeben sich durch die Pläne für die neue Tourist-Information andere Ansätze zur Lösung des WC-Problems.

Plauen solle um die lukrative Klientel der Caravan-Reisenden intensiv werben. "Caravaning ist ein Trend, dem wir uns als Tourismusstandort nicht verschließen dürfen", sagt CDU-Stadträtin und Hotel-Chefin Alexandra Glied. SPD-Stadtrat Bernd Stubenrauch rief in Erinnerung: "2013 gab es schon eine Beschlusslage für den Stellplatz inklusive Toiletten." Stubenrauch hatte im Frühjahr per Antrag das Projekt neu angeschoben: mit zehn Stellplätzen und Sanitäranlagen. Auch der Elsterradweg profitiere, sagt er.

Die Union hat sich derweil auf Sárközy eingeschossen. "Der Baubürgermeister muss endlich in die Puschen kommen", sagt Eckardt. Nach seiner Kenntnis seien die Planungsunterlagen erstellt und vergabereif, es mangele an Sárközys Unterschrift. Seinen Vorwurf der "Verzögerungstaktik" konterte Sárközy: "Das weise ich entschieden zurück."

Für eine rasche Umsetzung hatte sich am 14. Oktober Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer (FDP) ausgesprochen. Bei einem Ortstermin am Luftschutzmuseum Meyerhof betonte der OB, das Eingangs- und Informationsgebäude dort und der Caravanstellplatz sollten zeitgleich vorangetrieben werden. Bergknappen-Chef Gert Müller nickte zustimmend, denn das geplante Bergwerks-Zugangsgebäude dürfe nicht als öffentliche Toilette herhalten.

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